Boomländer
Bric-Konzerne im Kaufrausch

In Europa ist Deutschlands Wirtschaft im Jahr 2010 das Maß aller Dinge. Doch im Vergleich zu den größten Boomländern der Erde müssen selbst die hervorragenden Ergebnisse und Aussichten deutscher Firmen verblassen. Wie die vier dynamischen Volkswirtschaften Brasilien, Russland, Indien und China den Rest der Welt in den Schatten stellen.
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DÜSSELDORF. Rasante Ertragssprünge, Milliardengewinne und exzellente Aussichten - all das bieten deutsche Firmen angesichts glänzender Exporte und erfolgreicher Sparprogramme. Deutschlands größter Konzern Siemens fuhr nur ein Jahr nach der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte mit über vier Milliarden Euro den höchsten Gewinn in seiner 163-jährigen Firmengeschichte ein. Mindestens rund die Hälfte der 30 Dax-Konzerne wird in diesem Jahr die Milliardengrenze überschreiten.

Doch solche Superlative verblassen bei einer Analyse der Firmenbilanzen in den größten Boomländern der Erde - den vier dynamischen Volkswirtschaften von Brasilien, Russland, Indien und China, den Bric-Staaten. Sie profitieren von zwei globalen Trends: dem wachsenden Bedarf an Rohstoffen und dem steigenden Konsum.

Sattes Gewinnplus

Mit den drei Öl- und Gasversorgern Petrochina (China), Gazprom (Russland) und Petrobras (Brasilien) sowie dem weltgrößten Telekomkonzern China Mobile verdienten im Krisenjahr 2009 gleich vier Bric-Unternehmen mehr als zehn Milliarden Euro unter dem Strich. Das schafften in der restlichen Welt nur die beiden Ölmultis BP (Großbritannien) und Exxon (USA).

Mehr noch: Die rasante Erholung der Weltwirtschaft und die anziehenden Rohstoffpreise lassen die Gewinne in diesem Jahr noch viel stärker sprudeln. Finanzmarkt-Analysten erwarten, dass die Unternehmen in Brasilien, Russland, Indien und China im laufenden Jahr ihre Nettogewinne um durchschnittlich ein Drittel steigern werden.

Das schaffen zwar auch viele Konzerne in der westlichen Welt - allerdings mit dem Unterschied, dass in Europa und den USA die Gewinne zuvor um mehr als ein Drittel eingebrochen waren. Die Konzerne in den etablierten Industrienationen erreichen also nur knapp das Vorkrisenniveau. Die vom Handelsblatt unter die Lupe genommenen 120 größten Unternehmen in den vier Bric-Ländern konnten dagegen ihre Gewinne in den beiden Krisenjahren 2008 und 2009 fast stabil halten. Sie greifen jetzt vom Rekordniveau aus an.

Nach Ansicht von Branchenkennern wie dem Schwellenländer-Experten und Vorsitzenden des Templeton Emerging Market Fund, Mark Mobius, sind die Aussichten glänzend. So wachsen die Volkswirtschaften der vier Bric-Staaten Jahr für Jahr mehr als doppelt so stark wie die Industrieländer.

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  • Wer hätte das gedacht, die Russische Gazprom hat die besten Gewinne eingefahren. Mit Mehr als 17 Mrd. sogar mehr als bP und Exxon. Natürlich wird dies den Russen wieder einmal nicht gegönnt, sonst hätte man es ja schreiben können. So schreibt man anstelle einer Reihenfolge die folgenden Unternehmen haben über 10 Mrd. Gewinn gemacht.
    Aber irgendwann werden sich diese Ergebnisse wohl auch mal im bisher zimlich dahindümpelnden Aktienkurs bemerkbar machen müssen.

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