Bosch-Analyse
Ein kraftstrotzender Gigant

Wer ist Bosch? Konzernchef Denner beantwortet die Frage ganz einfach mit: „Wir sind Bosch“. Der Konzern durchläuft eine Metamorphose. In wenigen Jahren wird Bosch mehr Soft- als Hardware produzieren. Eine Analyse.
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StuttgartGroße Konzerne verändern sich im Laufe der Zeit. Bosch wird im kommenden Jahr 130 Jahre alt. Da kann es im Laufe der Zeit schon mal vorkommen, dass sich ein Unternehmen die Frage stellt: Wer sind wir?

Bosch-Chef Volkmar Denner beantwortet diese Frage aktuell denkbar einfach mit dem neuen Leitbild „We are Bosch“. Das ist zwar nicht ganz so protzig wie der Claim von Mercedes „Das Beste oder nichts“. Aber auch Bosch war schon immer selbstbewusst, nur hat man es bislang nicht ganz so offen gesagt.

Nach der Übernahme der Anteile von ZF-Lenksysteme und Bosch Siemens Hausgeräte kommen 68.000 Mitarbeiter und 15 Milliarden Euro Umsatz hinzu. Mit jetzt 64 Milliarden Euro Konzernumsatz und 360.000 Beschäftigten stoßen die Schwaben in die Top Ten der deutschen Industrieunternehmen vor. Im Dax würde Bosch auf Platz acht landen vor der Deutschen Telekom und direkt hinter Siemens.

So lässt sich die Frage, wer Bosch ist, zunächst einfach beantworten: Allein durch die Akquisitionen ist Bosch weder ein schlafender noch ein verborgener Riese mehr, sondern ein kraftstrotzender Gigant mitten in der Deutschen Wirtschaft. Und dazu einer mit Muskeln, bescheinigt durch das Rating AA- von Standard & Poor's. S&P schätzt kein anderes deutsches Industrieunternehmen kreditwürdiger.

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen erreicht 3,9 Milliarden Euro, die Liquidität liegt über 15 Milliarden Euro. Bis auf 102 Millionen Euro Ausschüttung an die Bosch-Stiftung als Eigentümer bleibt das Kapital im Unternehmen. Aber Größe, Profitabilität und Kreditwürdigkeit sind noch nicht alles. Denner benutzt es als Fundament, auf dem der Konzern in Veränderung investiert.

Fünf Milliarden Euro, mehr als zehn Prozent des Umsatzes investiert Bosch in Forschung & Entwicklung. Seit der Entwicklungschef Denner an der Spitze steht, wurde das Budget kräftig aufgestockt. Und das nicht nur für Elektromobilität und autonomes Fahren, sondern vor allem in Chip- und Softwaretechnologie. Jeder dritte der insgesamt 46.000 Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung ist heute Software-Entwickler. Allein 3000 arbeiten am Thema Vernetzung aller Produkte.

Bosch hat mit „IoT Suite“ eine zentrale Softwareplattform für Kommunikation und Datenaustausch beispielsweise zwischen Fabrikmaschinen, Heizungen oder Sicherheitskameras entwickelt. Auch große Datenmengen kann sie analysieren und aufbereiten. Und Bosch macht die Plattform offen. Geräte und Maschinen können herstellerübergreifend vernetzt werden.

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