Bosch
Auf der Jagd nach klugen Köpfen

Software-Ingenieure sind auf dem Arbeitsmarkt begehrt. Statt um Bewerber zu buhlen, übernimmt Bosch lieber gleich ein ganzes Unternehmen. 800 IT-Experten von ITK Engineering arbeiten künftig für den Autozulieferer.

StuttgartBosch vergrößert seine Entwicklungsmannschaft auf einen Schlag um 800 Ingenieure. Der weltweit führende Autozulieferer übernimmt die ITK Engineering mit Sitz in Rülzheim, wie da Unternehmen bekanntgab. Die ursprünglich 1994 als „Ingenieurgesellschaft für technische Kybernetik“ gegründete Firma ist ein Spezialist für technische Individualsoftware und setzte im vergangenen Jahr 67 Millionen Euro um. Den Kaufpreis veröffentlichte Bosch nicht. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.

Eingegliedert wird ITK bei der 100-prozentigen Konzern-Tochter Bosch Engineering GmbH, die vor allem Entwicklungsdienstleistungen für Kleinserien von Fahrzeugherstellern anbietet. Meistens handelt es sich dabei um sehr teure Fahrzeuge mit geringen Stückzahlen.  

Mit ITK erhöht sich die Zahl der Beschäftigten von Bosch-Engineering auf über 2600. Bosch macht damit Entwicklungs-Dienstleistern wie Bertrandt Konkurrenz, die mit mehr als 12.000 Beschäftigten zuletzt fast eine Milliarde Euro Umsatz erzielten.

Softwareentwicklung vor allem für Automobilhersteller ist ein Bereich, der angesichts von programmierten Fahrerassistenzsystemen und vernetzten Autos für Bosch immer wichtiger wird. Inzwischen arbeiten rund ein Drittel der 47.000 Entwickler im Kfz-Bereich bei Bosch an Software.

Darüber hinaus hat Bosch wegen der Vernetzung der Industrie einen riesigen Bedarf an Softwarespezialisten. Bosch stellt neben Autoteilen auch Elektrowerkzeuge, Hausgeräte, Industrie- und Gebäudetechnik her. Für das Thema Vernetzung und Internet-Plattformen hat der Konzern in den vergangenen Jahren schon zwei Unternehmen gekauft und die Bosch Software Innovations GmbH als Tochter gegründet.

Der Schwerpunkt der Kundschaft der neu erworbenen ITK liegt zwar in der Autoindustrie, aber ITK arbeitet unter anderen auch für die Medizintechnik. Robotik bis hin zur App-Entwicklung. Damit sind die übernommenen die ITK-Experten mit ihrem breiten Wissen auch für andere Konzern-Geschäftsfelder außerhalb des Autobereichs interessant.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent
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