Bosch erhöht Investitionen auf über 300 Millionen Euro
Autokonzerne entdecken indischen Markt

Nach ihrer massiven Expansion in China nehmen Deutschlands Autohersteller und -zulieferer Indien ins Visier, um dort Produktionskapazitäten aufzubauen. Japanische Konzerne sind dort längst etabliert.

NEU DELHI. Für die Bosch-Gruppe ist das Land bereits zu einem zentralen Wachstumsmarkt geworden. Sie hat ihr Investitionsprogramm für Indien gerade von ursprünglich geplanten 180 Mill. Euro bis 2008 auf 325 Mill. Euro erhöht. 2005 steigerte der Konzern seinen Umsatz dort um ein Viertel auf 685 Mill. Euro. „Wir werden bald die Milliarden-Schwelle überschreiten“, sagt Bernd Bohr, Leiter der KFZ-Technik-Sparte des Autozulieferers und Mitglied der Geschäftsführung.

Bohr geht davon aus, dass Indiens Autoproduktion bis 2015 um durchschnittlich acht Prozent im Jahr wächst. Bereits heute werden dort 1,6 Millionen Fahrzeuge produziert. Der PKW-Markt hat sich seit 1998 auf mehr als eine Million verdoppelt. Das LKW-Segment brauchte zur Verdoppelung nur drei Jahre. Das zieht auch die Bosch-Konkurrenz von Continental an. Conti-Chef Manfred Wennemer denkt nicht nur darüber nach, IT-Leistungen aus Indien zu beziehen, sondern sucht ebenfalls nach Möglichkeiten, im Bereich Automobiltechnik und Reifen am Marktwachstum teilzuhaben.

„Am gewaltigen Potenzial dieses Marktes kommt die deutsche Industrie nicht vorbei“, sagt Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der deutschen Automobilindustrie (VDA). Er will auch kleinere und mittlere Firmen ermutigen, sich in Indien zu engagieren. „Im Schlepptau europäischer Autohersteller werden bald deutlich mehr Zulieferer kommen“, erwartet Gottschalk.

Ebenso wie Osteuropa werde Indien große Investitionen der Branche anziehen und sich als neuer Standort mit Niedrigkosten- und Technologie-Orientierung etablieren. Als strategischen Vorteil gegenüber China sieht der VDA-Chef neben der Export-Orientierung der indischen Autoindustrie vor allem die Stärke des Landes bei günstiger Forschung und Entwicklung, die große Bedeutung des Diesel-Segments und den Schutz geistigen Eigentums.

Deutschlands Autoindustrie hat Indien lange vernachlässigt. Nur Daimler-Chrysler ist mit einer kleinen Fertigung präsent. BMW errichtet jetzt ein Montagewerk, das 2007 die Produktion starten soll. MAN baut zusammen mit Bajaj Tempo eine Fertigung für schwere LKWs, die auch exportiert werden sollen.

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