Bosch-Personalchef im Interview
„Eine gemischte Führungsmannschaft ist erfolgreicher“

Der Autozulieferer Bosch bereitet sich auf schrumpfende Märkte vor. In den meisten Werken gebe es Abkommen, die Arbeitszeit bei Bedarf zu kürzen, sagt Personalchef Kübel. Das soll den Konzern aber auch attraktiv machen.
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Herr Kübel, Yahoo-Chefin Marissa Meyer sagt zu ihren Mitarbeitern: Schluss mit dem Home Office. Kommt zurück in die Büros! Sie glaubt, dass das produktiver sei. Sie sagen: Liebe Kollegen, bleibt zu Hause. Arbeitet von dort aus. Wieso glauben Sie, Ihr Ansatz sei das bessere Konzept?

Christoph Kübel: Weil wir gute Erfahrungen damit gemacht haben, wenn unsere Beschäftigten mehr Flexibilität bei der Wahl von Arbeitszeit oder -ort haben. Das fördert die Zufriedenheit. Auch Führungskräfte arbeiten zunehmend etwa bis zu einem Tag in der Woche von zu Hause aus oder in Teilzeit. Aktuell können rund 500 Führungskräfte unterschiedliche Arbeitszeitmodelle freiwillig ausprobieren, um eigene Erfahrungen zu sammeln.

Gilt es für alle?

Ja, grundsätzlich bieten wir allen 300.000 Mitarbeitern  rund 100 Arbeitszeitmodelle an. Von flexiblen Arbeitszeiten, über Teilzeitarbeit bis zu Jobsharing. Welches Modell sie wählen können, richtet sich nach ihren Aufgaben. In der Fertigung ist dies beispielsweise nur eingeschränkt möglich. Wir haben Leitlinien für flexibles und familienbewusstes Arbeiten verabschiedet  und schalten um von einer Präsenzkultur zu einer Ergebniskultur.

Klingt nach mehr Druck - oder was heißt das?

Das heißt, es kommt nicht überall darauf an, dass die Mitarbeiter anwesend sind, sondern was sie erreichen. Das hilft uns einerseits, hoch qualifizierte Fachkräfte an uns zu binden, die ansonsten ihre Arbeit bei uns nicht uneingeschränkt weiterführen könnten. Etwa, weil sie Kinder betreuen oder Familienangehörige pflegen müssen. Andererseits ist es auch ein wichtiger Baustein unserer Arbeitskultur, damit sich die Mitarbeiter in unterschiedlichen Lebensphasen mit ihrem Know-how bestmöglich einbringen können.

Das hilft Bosch aber auch eine schwierige Auftragslage in einem Markt abzufangen, der zumindest in Europa  derzeit eher stagniert.

In erster Linie unterstützen unsere flexiblen Arbeitszeitmodelle unsere Mitarbeiter, Beruf und Privatleben besser in Balance zu halten. Damit wollen wir ein attraktiver Arbeitgeber sein, versprechen uns aber auch Impulse für  die Kreativität. Richtig ist aber auch, dass wir uns auf einen stagnierenden Markt in Europa vorbereiten.

Wie sieht das aus?

Zum einen verfolgen unsere Werke das Ziel, die Beschäftigung in volatilen Zeiten abzusichern. Dazu haben wir Flexibilisierungsvereinbarungen in nahezu allen europäischen Werken getroffen, mit denen wir Auftragsrückgänge von bis zu 20 Prozent abfedern können. Zum anderen reagieren wir auf  geringe Wachstumsprognosen in Europa, in dem wir die Wettbewerbsfähigkeit der Standorte stärken, Marktanteile ausbauen oder neue Erzeugnisse vermarkten wollen. Nur wenn das nicht gelingt, müssten wir Stellen anpassen, dann aber so sozialverträglich wie möglich.

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  • Mist-Kübel

  • Interessant, in meinem Einstellungsgespräch mit exakt dieser Person klang das alles noch ganz anders.

  • Man kann das auch so zusammenfassen:

    1. Bosch hat zumindest in Europa viel zuviel Personal an Bord. Damit klarkommen werden die mit den (angedeuteten)Maßnahmen nicht. Es wird entweder Entlassungen geben oder unten wächst nichts nach. Viel Spaß bei der Entscheidung.

    2. Zu Bosch gehen heute gerne die, die früher die Deutsche Post oder Telekom ins Auge gefaßt haben. Sprich sicherheitsorientierte Beamtenseelen. Denen muß man heute, was die Arbeitszeit und die Familie betrifft, viel näher entgegenkommen. Ein Unternehmer im Unternehmen (Bosch-Slogan) wird daraus jedoch nie - eher ein kleinkarierter Tüftler oder ein piefiger Zahlensaldierer. Natürlich auch ein wahnsinnig erfolgreicher Solarmarktstratege.

    Fazit: Bosch ist auf dem absteigenden Ast und kennt keine wirksamen Mittel dagegen.

    Viel Spaß noch auf der Titanic.

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