Bosch und Dieselgate
Wie tief stecken die Stuttgarter im Abgas-Sumpf?

Der Abgasskandal in den USA betrifft nicht nur VW. Der Zulieferer Bosch lieferte die nötige Software – US-Kläger nehmen daher auch die Stuttgarter Firma ins Visier. Ein Überblick über den Stand der Dinge.
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San Francisco/Stuttgart Der Stuttgarter Autozulieferer Robert Bosch gerät wegen seiner Verwicklung in den VW-Dieselskandal stärker unter Druck. Eine Klageschrift aus den USA gibt Aufschluss über die genauen Vorwürfe.

Was genau hat Bosch an VW geliefert?

Im September 2015 kam der VW-Abgasskandal ans Licht der Öffentlichkeit. Bosch hat damals die Lieferung von „Komponenten für den Antriebsstrang und für die Abgasnachbehandlung“ eingeräumt - also Software, die von VW für die Manipulationen genutzt wurde. Ein Schuldeingeständnis wie von Volkswagen gab es hingegen nicht.

Was sind die Vorwürfe?

Vor einem Gericht in San Francisco wollen Anwälte im Namen von US-Bürgern, die im VW-Dieselskandal geschädigt wurden, Schadenersatz durchsetzen. Aus ihrer Sicht war Bosch nicht bloß ein Lieferant, der von den mit seinem Produkt begangenen Betrügereien nichts wusste. Ganz im Gegenteil: Der Stuttgarter Technologiekonzern habe mit dem Wolfsburger Autobauer „Hand in Hand“ zusammengearbeitet und sich damit ebenfalls des massenhaften Betrugs schuldig gemacht. Bosch sei „ein wissender und aktiver Teilnehmer in einer jahrzehntelangen Unternehmung gewesen, um US-Konsumenten zu betrügen“, heißt es in der Klageschrift.

Diese Vorwürfe sind schon bekannt, doch nun kamen neue Details an die Öffentlichkeit. Denn viele für Bosch belastende Passagen der Klageschrift waren bisher geschwärzt - nun hat das Gericht das Dokument weitgehend „entschwärzt“.

Was sind die Begründungen der Vorwürfe?

Die Vorwürfe sind massiv. Ein Beispiel: In einem Brief habe Bosch 2008 seinen Kunden VW darum gebeten, ihn explizit von etwaigen Haftungsansprüchen bei Verwendung der Software freizustellen - weil die Nutzung laut US-Recht verboten sei. Obgleich VW sich geweigert habe, die Übernahme etwaiger Haftungsansprüche zuzusichern, habe Bosch sieben Jahre lang weiter mit VW zusammengearbeitet und die mit dem Codenamen „Akustikfunktion“ bezeichnete Betrugssoftware weiterentwickelt. VW habe die Software nicht ohne Wissen des Zulieferers verändern können, sind sich die Kläger sicher.

Mehr noch: Bosch habe sogar vertraglich festhalten lassen, dass nur eigene Mitarbeiter die Software verändern durften. „Der Vertrag sah vor, dass Bosch die Kontrolle über die Software behält“, schreiben die US-Kläger. Bosch habe in der jahrelangen Lieferantenbeziehung darauf bestanden, die Software weiter zu testen und so zu liefern, dass sie direkt einsetzbar ist. „Boschs strenge Kontrolle über die Entwicklung und Veränderungen [der Software] ist unbestreitbar.“

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Welcher finanzielle Schaden droht?

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