Industrie
Bosch-Vorstand gibt sich zuversichtlich

Der Autozulieferers Bosch sieht nach drei Jahren der Stagnation Licht am Ende des Tunnels. "Es sieht im Moment ganz gut aus“, sagte der Vorsitzende der Bosch-Geschäftsführung, Franz Fehrenbach, während der Eröffnung eines neuen Winter-Testzentrums im nordschwedischen Arjeplog.

HB ARJEPLOG/SCHWEDEN. Fehrenbach rechne für das kommende Jahr mit einem Umsatzzuwachs von 4 bis 6 Prozent. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten sich verbessert, das gelte umso mehr nach der Einigung über die Steuerreform im Vermittlungsausschuss. Allein seine Stellung am Markt zwinge den zweitgrößten Zulieferer der Welt zu Wachstum. „In dieser Größe brauchen sie einfach Wachstum, um ihren Gewinn zu halten“, sagte Fehrenbach.

Für 2003 erwartet der Stuttgarter Elektronik-Konzern einen stabilen Gewinn. Im kommenden Jahr wolle Bosch dem Renditeziel von 7 Prozent vor Steuern näher kommen, ergänzte Fehrenbach in einem Interview mit der „Financial Times“ (Mittwochausgabe). In den vergangenen beiden Jahren war Bosch nur mit Hilfe von Zukäufen gewachsen und hatte 2002 die angepeilte Umsatzrendite mit 4,5 Prozent weit verfehlt. Für 2003 rechnet Fehrenbach mit „über 36 Mrd. Euro“ Umsatz.

Nach den ersten drei Quartalen hatte der Umsatz knapp unter Vorjahr gelegen, bei konstanten Wechselkursen wäre er allerdings um sieben Prozent gestiegen. Im Jahr zuvor hatte Bosch rund 35 Milliarden Euro umgesetzt, im Frühjahr kam jedoch der hessische Heizkessel-Bauer Buderus mit zuletzt 1,86 Mrd. Euro Jahresumsatz hinzu.

Auf einen langfristigen Auftragsschub hofft Fehrenbach aus dem aufstrebenden chinesischen Automobilmarkt. „Insgesamt wollen wir als Bosch-Gruppe in China unseren Umsatz in den kommenden zehn Jahren auf 5 Mrd. Euro verfünffachen“, sagte er in einem vorab veröffentlichten Interview der „Wirtschaftswoche“. Die Pkw-Produktion dort werde sich nach Bosch-Schätzungen bis 2012 auf neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr verdoppeln. Andere Prognosen sind noch höher. Ende November hatte Bosch ein neues Gemeinschaftsunternehmen für moderne Diesel-Einspritztechnik mit der chinesischen Wuxi Weifu-Gruppe vereinbart, das 2008 rund 500 Millionen Euro umsetzen soll.

Der schwedische König Carl XVI. Gustaf hatte am Dienstag das neue Testgelände von Bosch in Arjeplog nahe des Polarkreises eröffnet. Dort wird Pkw-Brems- und Sicherheitstechnik wie ABS oder ESP (Elektronisches Stabilitäts-Programm) auf Schnee und Eis an die Anforderungen der Autohersteller angepasst. In der kalten Jahreszeit von November bis April sind dort regelmäßig bis zu 400 Bosch-Ingenieure tätig. Die Stuttgarter, die seit mehr als 30 Jahren in der Region testen, haben nach eigenen Angaben rund 20 Mill. Euro in das Testzentrum investiert. Lappland ist wegen der extremen Witterungsverhältnisse für fast alle Autohersteller und Zulieferer ein beliebtes Testgebiet.

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