BP gegen AAR
Oligarchen starten Medienkampagne im Streit um TNK-BP

Die russische Anteilseigner werfen ihrem Partner BP unethisches Verhalten vor und fordern eine Neubesetzung von Vorstand und Aufsichtsrat des Joint Ventures - die bisherigen Vertreter seien parteiisch und deshalb nicht in der Lage, den schwelenden Konflikt zu lösen.

MOSKAU. Im Streit mit ihren britischen Partnern gehen die russischen Anteilseigner des Ölförderers TNK-BP in die Informationsoffensive: Michail Fridman, mit rund 25 Prozent der größte Anteilseiger unter den beteiligten Oligarchen, trat gestern erstmals vor die Medien. Er beschuldigte BP, sich "unethisch" zu verhalten und den Ölkonzern nicht wie ein unabhängiges Unternehmen, sondern wie eine Tochterfirma zu führen. Der Grund für die Auseinandersetzung liege aber vor allem in den "schlechten Leistungskennzahlen" des Ölkonzerns, sagte Fridman.

TNK-BP, der drittgrößte Erdölkonzern in Russland, gehört zu je 50 Prozent dem britischen Ölmulti BP und einem Konsortium russischer Geschäftsmänner (AAR) - der Alfa Group von Fridman und German Khan (25 Prozent), Access Industries von Leonid Blawatnik (12,5 Prozent) und Renova von Wiktor Wekselberg (12,5 Prozent). Der Streit zwischen den Partnern war kürzlich an die Öffentlichkeit gelangt, als TNK-BP-Chef Robert Dudley in einem Interview erstmals Differenzen zwischen Briten und Russen über die internationale Expansionsstrategie einräumte. Das Konsortium verlangte daraufhin seinen Rücktritt.

Ende vergangener Woche hatte AAR angekündigt, vor ein Schiedsgericht in Stockholm zu ziehen und ein Gericht in Moskau anzurufen, um den Rückzug Dudleys und anderer BP-Manager durchzusetzen. Am Wochenende starteten die beiden prominentesten Anteilseigner, Fridman und Wekselberg, zudem eine Medien-Kampagne mit Interviews in den beiden führenden russischen Tageszeitungen "Wedomosti" und "Kommersant".

Fridman wies gestern Gerüchte zurück, bei der Auseinandersetzung ginge es am Ende doch nur um den Verkauf der russischen Anteile an einen Staatskonzern. Das Konsortium sehe sich als langfristiger Investor und sei sogar einverstanden, das zum Jahreswechsel ausgelaufene Stillhalteabkommen mit BP über den Verkauf von Aktien zu verlängern. AAR habe dem britischen Multi aber auch einen Aktientausch vorgeschlagen, sagte Fridman - den russischen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen gegen Aktien von BP. Derzeit habe dies aufgrund des Wertes von TNK-BP aber "keinen Sinn".

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