BP-Katastrophe
Ölquelle wird endgültig versiegelt

Der britische Ölkonzern BP will mit der größten Katastrophe der Firmengeschichte entgültig abschließen und das Ölleck im Golf von Mexiko verschließen. Doch auch danach warten noch etliche Schadensersatzforderungen auf die Briten. Der Konzern gibt sich bisher unversöhnlich.
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HB WASHINGTON. Endlich das „Finale“: Fast auf den Tag genau fünf Monate nach Beginn der Ölkatastrophe am 20. April im Golf von Mexiko will BP das Öl-Reservoir im Meeresboden endgültig versiegeln. Der britische Konzern erwartet nun, dass es bereits am Samstag geschafft ist: Dann soll das als „Bottom Kill“ bezeichnete Manöver beendet sein.

Am Donnerstag hatte BP die für die Operation nötige Bohrung eines Entlastungstunnels abgeschlossen. Damit könne mit der Einleitung von Schlamm und Zement in das ursprüngliche Bohrloch nahe der Quelle vier Kilometer tief im Meeresgrund begonnen werden, teilte der Sonderbeauftragte der Regierung, Thad Allen, mit.

Gleichzeitig hat BP Schadenersatzforderungen des US-Bundesstaats Alabama in Millionenhöhe wegen der Ölkatastrophe zurückgewiesen. „BP hat mitgeteilt, dass das Unternehmen die Angelegenheit aufgrund des laufenden Rechtsstreits nicht diskutieren will. Meiner Meinung trickst der Konzern rum“, sagte Alabamas Justizminister Troy King am Freitag. Der schwer von der Ölkatastrophe getroffene Südstaat fordert von BP 148 Mio. Dollar als Ausgleich für Verluste im Tourismusgeschäft sowie Steuerausfälle. Alabama hatte im August Klage gegen BP eingereicht.

BP hatte sich auf Druck der US-Regierung bereiterklärt, einen 20 Mrd. Dollar schweren Fonds einzurichten, um Schadenersatzansprüche zu befriedigen. Auslöser der schwersten Ölkatastrophe in der US-Geschichte war die Explosion und der Untergang der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ am 20. April. Mehr als vier Mio. Barrel Öl flossen bis Mitte Juli ins Meer und verschmutzten Teile der US-Golfküste.

Nach der Explosion der Ölplattform „Deepwater Horizon“ am 20. April waren nach Schätzungen 660 000 Tonnen Rohöl ins Meer geströmt. Am 15. Juli konnte das Leck an der Steigleitung auf dem Meeresboden zunächst provisorisch mit einer Kappe abgedichtet werden, dann wurde es mit Zement von oben geschlossen.

Admiral Allen hatte aber stets betont, dass das Abdichtungsmanöver erst dann „komplett“ ist, wenn das Reservoir auch von unten versiegelt ist. Zu diesem Zweck hatte BP schon kurz nach der Explosion mit der Bohrung eines Seitentunnels begonnen. Nach Allens Angaben zeigten Sensoren und Druckveränderungen am Donnerstag an, dass diese Nebenleitung auf das Hauptbohrloch gestoßen ist.

Kommentare zu " BP-Katastrophe: Ölquelle wird endgültig versiegelt"

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  • "bP weist die Schadensersatzforderungen zurück" Das ist ja überhaupt das beste. Zuerst eine bohrinsel explodieren lassen, dann tonnenweise giftige Chemikalien versprühen, die das Öl nur noch gefährlicher machen und dann die Schadensersatzforderungen zurückweisen...in was für einer Welt leben wir eigentlich?

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