Yukos: Die Zerschlagung des größten Ölkonzerns, der zum Imperium des inhaftierten Michail Chodorkowskij gehörte, gilt als Beginn der staatlichen Umstrukturierung im Ölsektor. Nach zweifelhaften Steuernachforderungen, Prozessen und undurchsichtigen Auktionen ist Yukos Geschichte. Profitiert hat der einst zweitrangige staatlich kontrollierte Ölförderer Rosneft, der sich fast alle Yukos-Aktiva sichern konnte.
Sibneft: Der Oligarch Roman Abramowitsch hatte rechtzeitig die Zeichen erkannt und seinen Ölkonzern Sibneft nicht in eine Ehe mit Yukos geführt, sondern für 13 Mrd. Dollar an Gazprom verkauft und dem Gasmonopolisten so den Einstieg ins Ölgeschäft ermöglicht.
Sachalin 2: Die Auseinandersetzung um das Förderprojekt unter der Führung von Shell auf der russischen Insel Sachalin war der erste Schlag des Staates gegen die Verträge mit ausländischen Investoren aus den 90er-Jahren. Das technisch anspruchsvolle Projekt - unter anderem das erste Vorhaben in Russland zum Bau einer Anlage zur Gasverflüssigung (LNG) - geriet unter den Druck der Umweltbehörde. Am Ende drohten Lizenzentzug, erhebliche Verzögerungen und Strafen. Das Shell-Konsortium willigte daher ein, die Mehrheit an Gazprom zu übertragen - für einen Freundschaftspreis von 7,4 Mrd. Dollar.
Sachalin 1: Auch Exxon-Mobil ist mit seinem Projekt auf Sachalin in die Schusslinie des Staates geraten. In den Verträgen aus den 90er-Jahren hatte sich das Konsortium das Recht gesichert, die Produktion an Kunden der eigenen Wahl zu verkaufen. Nun verlangt Partner Gazprom, dass Exxon das Gas vollständig für den russischen Binnenmarkt liefert, wo die Abnehmerpreise viel niedriger sind.
Kowikta: Umweltprüfungen und angebliche Verletzungen von Lizenzen führten im vergangenen Jahr dazu, dass TNK-BP einwilligte, seine Mehrheit an dem Gasfeld Kowikta an Gazprom zu verkaufen. Gerichtliche Auseinandersetzungen sowie Bewertungsfragen halten die Abwicklung aber auf.

