Gericht gibt grünes Licht für Milliarden-Vergleich

BP vs. US-Regierung
Gericht gibt grünes Licht für Milliarden-Vergleich

In der Aufarbeitung der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko gibt es grünes Licht für einen Milliarden-Vergleich. Doch ein Aufwachen aus dem juristischen Albtraum gibt es weder für den Konzern noch für seine Manager.
  • 0

WashingtonEin US-Bundesgericht in New Orleans hat die Rekordstrafe gegen den britischen britischen Ölkonzern BP wegen der Ölpest im Golf von Mexiko durchgewunken. Der Konzern muss der US-Regierung demzufolge insgesamt 4,5 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro) zahlen. Die rechtlichen Probleme in den USA sind für das Unternehmen damit aber noch lange nicht gelöst.

„BP erkennt seine Rolle bei der Tragödie an, und wir entschuldigen uns“, erklärte der US-Vizechef des Konzerns, Luke Keller. Die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ war am 20. April 2010 explodiert. Bei dem Unglück starben elf Arbeiter, hunderte Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer. Es dauerte 87 Tage, bis BP das Leck schließen konnte. Die Küsten von fünf US-Bundesstaaten wurden verseucht, der Fischfang und der Tourismus massiv geschädigt.

BP hatte sich vergangenen November in 14 Anklagepunkten schuldig erklärt, darunter Totschlag. Der Konzern räumte auch Verstöße gegen Umweltschutzgesetze und Falschaussagen vor dem Kongress ein. Die Strafe beinhaltet Zahlungen in Höhe von vier Milliarden Dollar an das US-Justizministerium. Weitere 525 Millionen Dollar muss BP an die Börsenaufsicht SEC zahlen. Mit dem Vergleich stellt die US-Justiz das Strafverfahren gegen das Unternehmen ein.

Der komplexe Rechtsstreit um die Ölpest ist damit aber noch nicht beendet. Die US-Justiz klagte zwei BP-Verantwortliche an, die in leitender Funktion auf der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Einsatz waren. Beide müssen sich unter anderem wegen Totschlags verantworten. Angeklagt wurde auch ein früherer BP-Manager, der gegenüber Ermittlern und dem Kongress Falschaussagen über das Ausmaß der Katastrophe gemacht haben soll.

Im Dezember hatte die US-Justiz ein milliardenschweres Entschädigungsangebot von BP an Betroffene der Ölkatastrophe 2010 genehmigt. Die Briten sollen Privatleuten und Unternehmen, die durch die Ölpest Schäden und Einbußen erlitten hatten, 7,8 Milliarden Dollar zahlen. Auf den Konzern kommen aber noch weitere zivile Schadensersatzforderungen zu. Am 25. Februar beginnt in New Orleans ein Prozess, in dem die restlichen Zivilklagen zusammengefasst werden. BP wiederum hat seine Partnerunternehmen Transocean und Halliburton verklagt.

Kommentare zu "Gericht gibt grünes Licht für Milliarden-Vergleich"

Alle Kommentare
    Serviceangebote