Brain AG geht an die Börse
Eisbrecher für die Biotech-Branche

Der Enzym-Pionier Brain AG will am 9. Februar als erstes Unternehmen in diesem Jahr an die Börse gehen. Erstmals seit einem Jahrzehnt wagt sich Biotechfirma wieder aufs Frankfurter Parkett.

FrankfurtEs ist eine kleine Firma aus Zwingenberg an der hessischen Bergstraße, die den Eisbrecher spielt und in diesem Jahr als erstes Unternehmen den Gang an die Frankfurter Börse wagt. Das Biotechunternehmen Brain AG will bei seinem IPO bis zu 48,3 Millionen Euro einsammeln.

Das Volumen ist klein, aber der Börsengang hat eine hohe Bedeutung. Nicht nur wegen des schwachen Börsenumfelds, sondern speziell für die Biotechbranche: Denn zum ersten Mal seit fast einem Jahrzehnt wagt sich wieder ein Unternahmen der Biotechnologie auf das Frankfurter Parkett. Zuletzt hatte das die Münchner Firma Wilex im November 2006 getan. Viele enttäuschende Nachrichten aus der zuvor hochgejubelten Branche hatten in den darauffolgenden Jahren das Vertrauen der Anleger in die Branche erschüttert.

Bei Brain ist das nun anders. Zum einen ist die Firma nicht in der hochrisikoreichen Medikamentenentwicklung tätig. Das 1993 gegründete Unternehmen ist in der industriellen Biotechnologie aktiv – das heißt, es macht Enzyme, Mikroorganismen und andere Wirkstoffe für industrielle Anwendungen in der Chemie-, Kosmetik-, Nahrungsmittel- und Medizinindustrie nutzbar. Beispielsweise Enzyme, die Waschmittel auch bei niedrigen Temperaturen wirksam machen. Oder Mikroorganismen für die Lebensmittelproduktion oder Abfallbeseitigung.

Mit vielen namhaften Unternehmen hat Brain Kooperationsprojekte abgeschlossen: Die Palette reicht von BASF über Henkel bis zu Symrise. So generiert das Unternehmen im Gegensatz zu vielen medizinischen Biotechfirmen Umsätze und hat gerade in den vergangenen drei Geschäftsjahren eine beachtliche Wachstumstory hingelegt: Von 10 auf knapp 26 Millionen Euro konnte der Umsatz mehr als verdoppelt werden.

Operativ macht das Unternehmen allerdings noch 4,6 Millionen Euro Verlust – unter anderem wegen hoher Forschungsaufwendungen, die mehr als 40 Prozent des Umsatzes ausmachen. Bis zum Geschäftsjahr 2017/18 will Brain-CEO Jürgen Eck früheren Aussagen zufolge beim Ebit die Gewinnschwelle erreichen – getrieben durch die Vermarktung neuer Produkte.

Seite 1:

Eisbrecher für die Biotech-Branche

Seite 2:

Erlös soll in die Produktentwicklung gehen

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%