Branche auf Talfahrt: Lkw-Verkäufe brechen massiv ein

Branche auf Talfahrt
Lkw-Verkäufe brechen massiv ein

Mit der Nutzfahrzeugbranche in Europa geht es immer steiler bergab. Im Dezember sind die Verkäufe um beinahe ein Viertel eingebrochen. Laut Experten wird das auch in diesem Jahr erst einmal so weitergehen.
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FrankfurtDie Talfahrt in der europäischen Nutzfahrzeugbranche hat sich zum Jahresende beschleunigt. Im Dezember brach der Verkauf von Transportern, Lastwagen, Sattelschleppern und Bussen in Ländern der Europäischen Union um fast ein Viertel auf rund 126.000 Fahrzeuge ein - das war der größte monatliche Rückgang des Jahres 2012, wie der Herstellerverband ACEA am Dienstag in Brüssel bekanntgab.

Im November hatte das Minus bei 18,5 Prozent gelegen. Im Gesamtjahr sank der Absatz um 12,4 Prozent auf knapp 1,7 Millionen Nutzfahrzeuge. Viele Unternehmen schieben Investitionen in Lastwagen wegen der Konjunkturkrise in Europa auf die lange Bank.

Dazu werden weniger Waren transportiert, deshalb halten auch Fuhrparkbesitzer und Speditionen länger an ihren Fahrzeugen fest. Das dürfte laut Experten erst einmal so weitergehen: "Auch der Jahresbeginn 2013 dürfte kaum Besserung bringen", schrieb LBBW-Anayst Frank Biller zu den ACEA-Zahlen.

Nutzfahrzeughersteller wie Daimler, MAN oder die schwedische Volkswagen -Tochter Scania haben nicht nur in Europa Probleme - auch im einstigen Boomland Brasilien stockt das Wachstum. Dagegen laufen die Geschäfte in Nordamerika und Asien gut.

Insofern erwartet der weltgrößte Lkw-Hersteller Daimler 2013 einen steigenden Absatz: "Auch dieses Jahr wollen wir wachsen, insbesondere im zweiten Halbjahr", sagte Spartenchef Andreas Renschler am Montagabend bei der Präsentation eines neuen Baustellen-Lasters in München. Auch für Europa zeigten viele Experten verhaltenen Optimismus. "Wir sind vorbereitet, egal was kommt", sagte Renschler.

Im Dezember brachen die Neuzulassungen in Deutschland um 24,7 Prozent ein, noch schlechter lief es im krisengeschüttelten Spanien mit einem Minus von 34,2 Prozent. In Frankreich und Großbritannien schrumpften die Märkte um 21,3 und 15,5 Prozent.

Auch in Italien sah es mit einem Rückgang von 20,3 Prozent düster aus. Dabei brach die Nachfrage nach Transportern mit einem Minus von 24,3 Prozent am stärksten ein, bei Lastwagen und Schwertransportern lag das Minus auch jeweils über 20 Prozent. Lediglich Busse wurden mehr verkauft - im Dezember stieg der Absatz um 11,9 Prozent, im Gesamtjahr um 1,4 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Interessant! Dieser Artikel ist nach 1.5 Std nur noch über den (zeitlich geordneten) Ticker zu finden. Woran könnte das liegen? .....

    Hmmmh. Vermutlich gab es einfach wichtigere Nachrichten, so wie z.B. Zetsches neue Liebe.

    Die Massenmedien im eigentlichen Sinn haben im wesentlichen die Funktion, die Leute von Wichtigerem fernzuhalten. Sollen die Leute sich mit etwas anderem beschäftigen, Hauptsache, sie stören uns nicht (Noam Chomsky (http://le-bohemien.net/2011/02/12/der-mythos-der-freien-presse/)

  • MAN und Daimler lassen beide in ihren Werken kurzarbeiten. Vorher hat man die Schwachen Verkäufe nur nicht bemerkt, weil die Hersteller die LKWs an ihre Händler verkauft haben. Dieser Einbruch dürfte noch einige Zeit anhalten, bis die Händler ihr Lager wieder geräumt haben.

  • ups! So knapp und prägnant kann man das sagen. Und ich schreib mir da die Finger wund!

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