Branche bleibt trotz weniger Aufträge zuversichtlich: Nachfrageeinbruch im Maschinenbau

Branche bleibt trotz weniger Aufträge zuversichtlich
Nachfrageeinbruch im Maschinenbau

Das Inlandsgeschäft der deutschen Maschinenbauer ist zum Jahresbeginn eingebrochen. Trotz des Auftragsrückgangs im Januar ist die Branche weiter zuversichtlich, das laufende Jahr mit einem Produktionszuwachs abzuschließen.

HB FRANKFURT. Er habe „keinen Zweifel“ an der Wachstumsprognose, sagte der Konjunkturexperte des Branchenverbandes VDMA, Olaf Wortmann, am Mittwoch. VDMA-Präsident Dieter Brucklacher hatte Mitte Februar eine Produktionssteigerung von drei Prozent versprochen, nachdem die Branche 2004 um 5,2 % auf ein Produktionsvolumen von 136 Mrd. € gewachsen war.

Im Januar brach die Inlandsnachfrage nach Maschinen und Anlagen nach VDMA-Angaben um 19 % ein. Insgesamt erhielten die deutschen Hersteller zwei Prozent weniger Aufträge als vor Jahresfrist. Schlimmeres verhinderten die um sieben Prozent gestiegenen Auslandsorders. In den drei Monaten von November bis Januar ergab sich ein Rückgang um fünf Prozent. Das Inlandsgeschäft schrumpfte dabei um 19 %, aus dem Ausland gingen dagegen vier Prozent mehr Aufträge ein.

„Die Belebung der inländischen Nachfrage lässt leider auf sich warten“, erklärte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Der Rückgang lasse sich nicht mehr allein mit statistischer Verzerrung erklären. Schon in den Vormonaten hatten die Mitgliedsfirmen des VDMA Auftragsrückgänge verzeichnet. Die Daten seien aber wegen der außergewöhnlich hohen Bestellungen in den Vorjahresmonaten statistisch verzerrt, hatte der Verband betont. Optimistisch stimme dagegen die Entwicklung der Auslandsbestellungen. „Sie bleiben eindeutig auf Wachstumskurs und stützen das Gesamtergebnis“, betonte Wiechers.

VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann erläuterte, nur ein kleiner Teil des Minus sei statistisch zu erklären: „Das Inland war wirklich schwach“. Er hielt aber an der Prognose fest, gegenüber dem Rekordjahr 2004 drei Prozent zuzulegen. „Wir müssen aber ein großes Stück Geduld mitbringen“, sagte Wortmann. Grund für Pessimismus sieht Wortmann nicht. Die VDMA-Zahlen unterlägen großen Schwankungen. Auch von den Frühindikatoren der Wirtschaftsentwicklung gingen keine klaren Signale aus. Daher habe er „keinen Zweifel“ an eigenen Prognose und setzt weiter auf eine steigende Inlandsnachfrage: „Die Schere zwischen Auslands- und Inlandsnachfrage wird sich schließen“.

Während der Verband keinen Grund für Pessimismus sieht, verdüstern sich in Deutschland die wirtschaftlichen Aussichten. So hat der Vorsitzende der „Wirtschaftsweisen“, Bert Rürup, seine Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum 2005 auf nur noch ein Prozent gesenkt und dies mit dem hohen Ölpreis und dem starken Euro begründet. Der hohe Euro verteuert deutsche Produkte im Ausland, diese sind damit weniger wettbewerbsfähig. Auch Bundesbank und Bankvolkswirte halten die Wachstumsprognose der Bundesregierung von 1,6 % für zu hoch. Die deutsche Wirtschaft war im vierten Quartal 2004 überraschend geschrumpft, weil der Anstieg der Exporte den Rückgang der heimischen Nachfrage nicht ausgleichen konnte. Die Ausrüstungsinvestitionen sanken um 0,4 %.

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