Branche hofft auf höhere Nachfrage im vierten Quartal
Auch Thyssen-Krupp senkt die Stahlpreise

Die Stahlpreise in Europa bleiben unter Druck. Nach den Konkurrenten Mittal Steel und Arcelor hat jetzt auch Thyssen-Krupp „leichte Preiszugeständnisse im Spotgeschäft“ machen müssen, sagte ein Sprecher des größten deutschen Stahlherstellers.

HB DÜSSELDORF. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die Abschläge ähnlich hoch ausgefallen sind wie beim Weltmarktführer Mittal. Dieser hatte kürzlich angekündigt, die Preise für Quartalskontrakte je nach Produkt um 50 bis 60 Euro je Tonne oder rund zehn Prozent zu senken.

Die Strategie der führenden Stahlproduzenten, mit massiven Produktionskürzungen das Angebot zu verknappen und den Preisrutsch zu stoppen, scheint damit vorerst nicht aufzugehen. Auch Philippe Varin, Chef des britisch-niederländischen Stahlkonzerns Corus, verwies gestern auf eine „ schwache Nachfrage“ in Europa. Varin hofft jedoch wie seine Kollegen, dass der Lagerzyklus in Europa inzwischen seinen Höhepunkt überschritten hat. Im Juni reichte der Lagerbestand der Kunden noch fünf Monate. Üblich ist ein Vorrat für weniger als drei Monate.

Nach Angaben des Londoner Branchendienstes Metal Bulletin sind die Spotpreise für das Referenzprodukt Warmband für Lieferungen außerhalb Europas mit knapp 400 Dollar je Tonne auf den niedrigsten Stand seit Februar 2004 abgesackt. Auch der Preis für sofortige Lieferungen innerhalb Europas sank seit Juni von 510 auf 460 Dollar.

„Wegen des starken Preisdrucks sind die Stahlhersteller momentan in einer schlechten Verhandlungsposition“, sagte ein Analyst. Angesichts des niedrigen Auftragseingangs teilt er die Zuversicht vieler Stahlhersteller nicht, die für das vierte Quartal eine Trendwende bei den Preisen prognostizieren.

Thyssen-Krupp erzielt nur 35 Prozent seines Umsatzes mit Spotgeschäften. Doch Analysten erwarten, dass das Stahlergebnis im Schlussquartal 2004/05 (30.9.) einbrechen wird. Vor allem weitere Produktionskürzungen und hohe Rohstoffkosten schlagen nun voll durch. Im dritten Quartal fiel das Ergebnis mit 401 Mill. Euro überraschend hoch aus.

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