Branche im Umbruch
Neue Geschäfte für Energieversorger

Strom aus Afrikas Wüsten, Ausbau des Breitbandnetzes für schnelles Internet und das allgegenwärtige Elektroauto - drei Themen, eine Gemeinsamkeit: Überall mischen die Energieversorger mit. Die Branche ist in Bewegung und steht vor gewaltigen Investitionen.

DÜSSELDORF. Am morgigen Mittwoch startet RWE in Berlin seine Autostrom-Roadshow. Bis Ende Oktober macht der Energiekonzern mit seinen Kooperationspartnern außerdem Station in Essen, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt, München und Mainz. Mit der Tour will das Unternehmen "die Menschen umfassend über Elektromobilität informieren und hoffentlich auch begeistern".

Öffentlichkeitswirksam besetzt RWE das Thema. Der Konzern arbeitet etwa bei der stromgetriebenen Version des Kleinwagens Smart mit dem Autobauer Daimler zusammen. Er hat auch mit dem Aufbau von Ladepunkten in deutschen Städten begonnen und am 3. Juli mit einigem Trommelwirbel in Mülheim an der Ruhr die erste öffentliche Elektrotankstelle Nordrhein-Westfalens eröffnet. Erklärtes Ziel: "Wir wollen ein Ladenetz in Deutschland schaffen." Das Elektroauto ist für Energieversorger natürlich wegen des Strombedarfs interessant. Die Batterien der Autos könnten aber auch eine Rolle als Energiespeicher spielen und in Nachfragespitzen beim Ausgleich helfen.

Doch die neuen Geschäftsfelder, die der Konzern in der RWE Effizienz GmbH gebündelt hat, beschränken sich nicht auf Elektromobilität, sondern reichen von A wie Autogas über intelligente Stromzähler bis Z wie Zukunftshaus. Und Branchenexperten relativieren die Bedeutung des Elektroautos. "Da geht es darum, früh im Spiel zu sein, um die Entwicklung zu steuern", sagt Thomas Deser, Fondsmanager und Energieanalyst bei der Fondsgesellschaft Union Investment. "Ein großer Umsatzbringer ist das nicht", sagt Berthold Hannes, Partner und Energiespezialist bei der Unternehmensberatung Bain & Company. Bei 10 000 Kilometer Fahrleistung im Jahr gehe es um 150 bis 250 Euro pro Wagen, rechnet er vor. Derzeit sei dieses Thema also vor allem wichtig fürs Image ist er sich mit Deser einig. Der wird noch deutlicher: "Erst einmal kostet das."

Wie das Elektroauto betrachtet Hannes auch Beratung sowie mögliche Dienstleistungen in Zusammenhang mit Energieeffizienz vor allem als Mittel, um dem Versorger ein Gesicht zu geben und die Kunden im Kerngeschäft mit dem Strom an sich zu binden. Das gilt auch für dezentrale Energiekonzepte. Der Stromerzeugung nahe beim Abnehmer, etwa in Blockheizkraftwerken, statt in Großkraftwerken misst er aber durchaus eine Bedeutung bei.

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