Branche ist skeptisch
Fokker plant sein Comeback

Der 1996 in Konkurs gegangene Flugzeugbauer Fokker steht vor einem Comeback. Das niederländische Privatunternehmen Rekkof Aircraft hat sich zum Ziel gesetzt, eine neue Version des bei Regionalfluglinien geschätzten 70-Sitzers Fokker 70 zu produzieren.

DÜSSELDORF. „Wir haben unsere Vorarbeiten im Juni beendet, brauchen aber noch das Okay unserer Partner“, sagte Rekkof-Geschäftsführer Ruud Kleinendorst dem Handelsblatt. Die Verhandlungen mit Investoren, die für einen Neustart mindestens 150 Mill. Euro bereitstellen müssten, seien derzeit „in der entscheidenden Phase“.

Rekkof plant die Wiederaufnahme der Produktion noch in diesem Quartal am Standort Lelystad bei Amsterdam. Der britische Triebwerksbauer Rolls-Royce sei eng in die Pläne eingebunden, erfuhr das Handelsblatt aus dem Umfeld der Zulieferer. Es seien Vereinbarungen über mehr als 50 Bestellungen mit zwei Airlines getroffen, sagte Kleinendorst, ohne die Namen der potenziellen Erstkunden preisgeben zu wollen. Wie es in Branchenkreisen hieß, soll in erster Linie KLM Cityhopper, die Regionalflug-Tochter der niederländischen KLM, an einem Neustart der Fokker-Linie interessiert sein. Mit 20 Maschinen ist die Airline der derzeit größte Betreiber von Fokker-70-Jets.

Wegen anhaltend hoher Verluste hatte der Regionalflugzeugbauer 1996 die Rückendeckung von Daimler-Chef Jürgen Schrempp verloren. Er ließ die damalige Konzerntochter in Konkurs gehen. Bis Mai 1997 produzierte Fokker insgesamt 318 Flugzeuge, von denen die meisten nach wie vor im Einsatz sind. Im deutschsprachigen Raum fliegen Fokker-Jets bei Austrian Airlines (AUA), Germania Express sowie neuerdings bei Air Berlin. „Wir sind mit der Fokker 70 überaus zufrieden“, sagte ein AUA-Sprecher. Rekkof hofft darauf, dass sich vor allem die bisherigen Kunden für eine mit neuen Triebwerken und aktueller Bordelektronik aufgepeppte Fokker begeistern können. Weil keine hohen Entwicklungskosten anfallen, soll das Flugzeug günstiger angeboten werden als vergleichbare Regionaljets der beiden Marktführer Bombardier und Embraer. Rekkof hat sich zum Ziel gesetzt, mit einer schlanken Mannschaft von 350 Mitarbeitern zunächst rund 45 Flugzeuge pro Jahr zu produzieren und im Erfolgsfall auch die Produktion der größeren Fokker 100 wieder aufzunehmen. „Wir streben langfristig einen weltweiten Marktanteil von 20 % im Regionalflugsegment an“, sagte Kleinendorst.

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