Branche verdoppelt ihre Prognose für das laufende Jahr
Werkzeugmaschinen sind gefragt

Die Geschäfte der deutschen Werkzeugmaschinenbauer laufen „deutlich besser als erwartet“. Deswegen verdoppele der Verband Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) seine Prognose der Branchenproduktion in diesem Jahr von vier auf acht Prozent, verkündete der VDW-Vorsitzende Carl Martin Welcker gestern in Frankfurt.

wb FRANKFURT/M. Das kräftigere Wachstum werde allerdings nur zu einem „sehr moderaten Personalaufbau führen, da die Branche zum einen ihre Belegschaften in der Krise auch nur „moderat abgebaut“ habe – die Beschäftigtenzahl ging seit 2001 von 69 500 auf derzeit 65 400 zurück, das sind etwa 7,4 Prozent der Beschäftigten im gesamten Maschinenbau.

Zum anderen verändere der Werkzeugmaschinenbau seine Struktur. Auch er verlagere im Kielwasser seiner Kunden zunehmend Produktion ins Ausland, und seine Wertschöpfung verringere sich durch steigenden Komponenten-Bezug von Zulieferern außerhalb des Maschinenbaus, zum Beispiel Steuerungen, Sensoren und Antriebe von Elektronik-Herstellern. Immerhin: „Die Beschäftigungskurven dürften die Talsohle erreicht haben“, sagt Welcker. Die Auslastung habe mit 89 Prozent im zweiten Quartal bereits leicht über dem Optimum gelegen. Grund aller Zuversicht ist der kräftig gestiegene Auftragseingang. Bis Ende Juli stieg die Nachfrage insgesamt um 23 Prozent und hielt damit das Wachstumstempo des ersten Halbjahrs. Zum Vergleich: Der Auftragseingang des gesamten deutschen Maschinenbaus, zu dessen Produktionsvolumen der Werkzeugmaschinenbau gut sieben Prozent beiträgt, hatte bis zur Jahresmitte um 18 Prozent zugenommen.

Im Juli machte dann das Inlandsgeschäft der Branche einen Strich durch die Wachstums-Rechnung. Mit einem kleinen Unterschied: Während die Aufträge des Maschinenbaus insgesamt im Juli mit einem Plus von einem Prozent praktisch stagnierten, konnten die Werkzeugmaschinenbauer das Wachstumstempo des ersten Halbjahrs per Saldo bei 23 Prozent halten. Dabei übernahm das Auslandsgeschäft (Auftragsanteil: 60 Prozent) die Lokomotiv-Funktion, während das Inland kräftig zurückfiel.

Auf die Produktion schlug die Nachfrage im ersten Halbjahr noch nicht voll durch, wenngleich die Branche zehn Prozent mehr Werkzeugmaschinen herstellte und gut sechs Prozent mehr exportierte. Abnehmer Nummer eins war China. Das Reich der Mitte schob sich mit einem Import im Wert von 316 Mill. Euro und einem Zuwachs von 42 Prozent an den USA (309 Mill. Euro) vorbei. Dritter war Österreich mit 153 Mill. Euro – 2003 hatte diesen Platz noch Großbritannien mit 201 Mill. Euro belegt. Südkorea war mit einem Plus von 142 Prozent auf 109 Mill Euro. Wachstumssieger.

Mit dem Deutschland-Geschäft soll es ebenfalls wieder bergauf gehen: „Der Maschinenbau als einer unserer großen Abnehmer signalisiert für das laufende Jahr gute Geschäfte. Beim anderen großen Kunden Automobilindustrie werden Investitionen vorrangig von Projekten im Bereich Diesel- und Getriebetechnologien beflügelt“, weist Welcker auf wesentliche Trends hin. Und: „Nach einem gut zweijährigen Investitionsstau bricht sich der Nachholbedarf langsam Bahn.“

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