Branchen im Wachtumscheck
Gewerbliche Aufträge treiben die Baubranche

Am Bau gilt in Deutschland nach wie vor das Prinzip Hoffnung: Zwar haben die Unternehmen des deutschen Bauhauptgewerbes 2006 zum ersten Mal seit gut zehn Jahren ein Umsatzwachstum verzeichnet. Das Plus von neun Prozent auf rund 82 Mrd. Euro ist sogar recht üppig ausgefallen. Doch ist das bereits ein Signal für einen stabilen Aufschwung oder war alles nur ein Strohfeuer?

DÜSSELDORF. „Wir gehen von einem Umsatzplus von fünf Prozent in diesem Jahr aus“, sagte Hans-Peter Keitel, Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB). Alle Befürchtungen, der Bauaufschwung 2006 könne sich als wenig tragfähiges Zwischenhoch herausstellen, hätten sich als unbegründet erwiesen.

Tatsächlich sind die Auftragsbücher voll. Im ersten Halbjahr wurden 16,3 Prozent mehr Aufträge hereingeholt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Wirtschaft investiert wieder in neue Gebäude, und das Geschäft der darauf spezialisierten Baubetriebe brummt wie lange nicht mehr. Mitte des Jahres hat die Baukonjunktur im Wirtschaftsbau sogar noch an Fahrt gewonnen: Die Unternehmen meldeten im Juni einen Orderanstieg von 17,6 Prozent.

Keitel, der ehemalige Chef von Deutschlands größtem Baukonzern Hochtief, spricht aber für die großen Unternehmen der Branche, wie Hochtief, Bilfinger Berger und die Strabag. Deren Ziel ist es, sich unabhängiger von der regionalen Baukonjunktur in einzelnen Ländern zu machen. Sie bauen daher ihre Präsenz in vielen Ländern aus und verstärken zugleich das Geschäft mit Bau- und Immobiliendienstleistungen.

Denn weltweit brumme das Baugeschäft, sagt Alexander Malkwitz, Vice President bei A.T. Kearney und Professor für Baumanagement an der Universität Duisburg-Essen. Es gebe hohen Baubedarf, besonders in den sich wirtschaftlich rasant entwickelnden Regionen wie den arabischen Emiraten.

Im internationalen Wachstumsvergleich schneiden die deutschen Bau-Konzerne aus Sicht von Malkwitz dabei alles andere als schlecht ab. Allerdings hätten gerade die großen Player erhebliche Probleme hinsichtlich ihrer Profitabilität.

Dies läge vor allem am Generalunternehmer-Modell, bei dem die meisten Bauleistungen an Subunternehmer weitervergeben werden. So seien in einer Zeit schwächerer Nachfrage Generalunternehmerverträge mit Leistungen vereinbart worden, die später dann an Subunternehmer nur mit deutlich höheren Preisen weiter gegeben werden konnten.

Seite 1:

Gewerbliche Aufträge treiben die Baubranche

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%