Branchenexperten sehen in den USA und Japan Potenzial für Übernahmen
Konsolidierung der Pharmabranche wird voranschreiten

Noch fehlt es an konkreten Signalen. Dessen ungeachtet gehen Beobachter der Pharmabranche davon aus, dass die nun besiegelte Fusion der beiden französischen Konzerne Sanofi-Synthélabo und Aventis eine neue Runde in der Konsolidierung der Pharmaindustrie einleiten könnte. Allerdings werden sich nach und nach die Akzente verschieben. Dominieren bislang noch vor allem nationale Fusionen, wie nun auch im Falle Sanofi/Aventis, dürften nach und nach internationale Zusammenschlüsse größere Bedeutung erlangen.

HB FRANKFURT/M. „Über kurz oder lang wird es wohl auch neue transatlantische Fusionen geben“, erwartet etwa Christian Wenk, Direktor bei der Ratingagentur Standard & Poors. Er ist dort für die Analyse der Pharmabranche zuständig. Aus seiner Sicht spricht nicht zuletzt der relativ hohe Euro-Kurs auf der einen, und das starke Wachstum des US-Pharmamarktes auf der anderen Seite dafür, dass europäische Konzerne auf Fusionskurs in den USA gehen könnten. Auch auf dem noch stark zersplitterten japanischen Markt dürften sich für westliche Konzerne Akquisitionsmöglichkeiten eröffnen. Wie stark dieser Markt in Bewegung geraten ist, demonstrierten zuletzt die Fusion von Yamanouchi und Fujisawa sowie die Übernahme von Chugai durch den Schweizer Roche-Konzern.

Insgesamt haben in den vergangenen zehn Jahren etwa zwei Dutzend Zusammenschlüsse und größere Akquisitionen das Gesicht der Pharmabranche nachhaltig verändert. Eine Fusionswelle setzte vor allem Mitte der 90er-Jahre ein, nach dem Zusammenschluss von Glaxo und Wellcome. Sie mündete später unter anderem auch in den Fusionen von Ciba und Sandoz (zu Novartis) sowie Hoechst und Rhône-Poulenc (zu Aventis).

Dessen ungeachtet gilt die Pharmabranche im Vergleich zu anderen Industrien nach wie vor als „unterkonsolidiert.“ Der US-Konzern Pfizer, das mit Abstand führende Unternehmen der Branche hält derzeit lediglich einen Marktanteil von etwa 10 % . Branchenkenner erwarten, dass vor allem Unternehmen aus der zweiten Reihe zusehends unter Druck geraten, Anschluss zu finden an das neue Führungstrio Pfizer Glaxo-Smithkline und Sanofi-Aventis.

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