Branchenkenner erwarten weitere Großfusionen
Braukonzerne bleiben weiter durstig

Die Welle internationaler Großfusionen auf dem Weltbiermarkt ebbt nicht ab. Branchenexperten rechnen für die nahe Zukunft mit weiteren Zusammenschlüssen global tätiger Braukonzerne nach dem Vorbild der belgischen Interbrew und der brasilianischen Ambev zum Weltmarktführer Inbev (Marken: Beck’s, Stella Artois, Brahma) vor knapp einem Jahr.

MÜNCHEN. Ein mögliches Szenario ist für den Branchenbeobachter Germain Hansmaennel gar das Zusammengehen von Inbev mit einem weiteren Großkonzern wie dem US-Brauriesen Anheuser-Busch. „Inbev besitzt eine starke Position auf dem südamerikanischen und europäischen Markt, während Anheuser-Busch rund 30 Prozent des nordamerikanischen Marktes kontrolliert“, sagte Hansmaennel am vergangenen Samstag auf dem „World Beer & Drinks Forum“ in München über mögliche Synergieeffekte.

Der Elsässer Hansmaennel, der den in der Branche viel beachteten Barth-Hansmaennel-Report über die Marktführer und ihre Herausforderer in 40 Ländern herausgibt, hält auch ein Zusammengehen von SAB-Miller und Heineken, der Nummer zwei und vier der Branche, als Antwort auf diese Fusion für möglich.

Erst kürzlich hatte sich SAB-Miller die kolumbianische Bavaria-Group, die Nummer zwei der Branche in Lateinamerika, einverleibt. „Südamerika ist für die Konzerne inzwischen wichtiger als Europa“, sagte der Berater und ehemalige Krombacher-Geschäftsführer Günter Heyden.

Dies bestätigte auch Inbev-Chef John F. Brock: In Zentral- und Südamerika können die Konzerne für ihr Bier hohe Preise verlangen, 40 Prozent des Umsatzes pro verkauftem Hektoliter Bier fließen direkt in den Bruttogewinn (Ebitda). In Europa und Nordamerika ist die Marge hingegen nur halb so groß.

Derweil hätten sich unter den führenden Braukonzernen der Welt drei Größenklassen herausgebildet, berichtete Berater Heyden. Hinter die Spitzengruppe aus Inbev, SAB-Miller und Anheuser-Busch sei Heineken „deutlich zurückgefallen“. Auch der dänische Carlsberg-Konzern (Tuborg, Holsten) und die britische Braugruppe Scottish & Newcastle (Kronenbourg, Beamish) habe derzeit den Anschluss an die Spitzengruppe verloren. Den „Big-Playern der alten Schule“ bleibe nichts anderes übrig, als weitere Brauereien hinzuzukaufen, um den Anschluss nicht zu verlieren, sagte Heyden.

Seite 1:

Braukonzerne bleiben weiter durstig

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%