Branchenkreise
Fresenius nimmt zweiten Anlauf zur Rhön-Klinikum-Übernahme

Der Gesundheitskonzern will offenbar ein zweites Angebot zur Übernahme von Rhön-Klinikum vorlegen. Insider berichten, dass die Konzerne erneut verhandeln. Der Rhön-Aktienkurs schnellt hoch. Aber noch sind Fragen offen.
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FrankfurtFresenius -Chef Ulf Schneider bastelt Branchen- und Finanzkreisen zufolge an einem zweiten Anlauf zur Übernahme des Konkurrenten Rhön-Klinikum. Schneider und Rhön-Klinikum-Gründer Eugen Münch würden intensiv an einem zweitem Deal arbeiten, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Eine neue Offerte des Gesundheitskonzerns für die fränkische Klinikkette werde immer wahrscheinlicher. Die Rhön-Aktie schoss daraufhin in der Spitze fast zehn Prozent nach oben und war damit mit Abstand größter Gewinner im Nebenwerteindex MDax.

Alle Beteiligten betonen allerdings, dass vor einem zweiten Angebot noch einige offene Fragen geklärt werden müssen. Die größte sei, ob der Fresenius-Aufsichtsrat grünes Licht für einen zweiten Anlauf gebe, betonten drei Insider. Auch der Rhön-Vorstand und die Finanzaufsicht BaFin müssen zustimmen, wenn der Dax-Konzern aus Bad Homburg innerhalb eines Jahres erneut für die fränkische Firma bieten will. Eine Entscheidung in den nächsten Tagen ist deshalb nicht zu erwarten.

Der erste Versuch, Rhön-Klinikum für 3,1 Milliarden Euro zu schlucken, war Ende Juni gescheitert, weil Fresenius nicht wie angestrebt gut 90 Prozent der Rhön-Aktien einsammelte. Diese Hürde hatte Fresenius-Chef Schneider gesetzt, weil diese Zustimmungsquote in der Rhön-Satzung für Kapitalmaßnahmen und Satzungsänderungen vorgesehen ist.

Bei einem zweiten Übernahmeversuch werde sich Fresenius vermutlich zunächst mit einer Mehrheit mit 50 Prozent plus einer Aktie zufriedengeben geben, sagte drei mit dem Prozess vertraute Personen. Damit könnte der Konzern Rhön nicht integrieren, hätte jedoch bei Abstimmungen über die Dividende oder die Besetzung des Aufsichtsrats eine Mehrheit. "Mittelfristig wird Fresenius aber sicher versuchen, über die 90-Prozent-Schwelle zu kommen", sagte eine mit den Diskussionen vertraute Person.

Sollte Fresenius nach der Übernahme zunächst keine volle Kontrolle über Rhön haben, wäre die Finanzierung schwieriger als bei einer Vollintegration, wie sie der Konzern beim ersten Übernahmeanlauf angestrebt hatte. "Fresenius würde das aber hinkriegen", sagte ein beteiligter Banker.

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