Branchenkrise
Autobauer am Rande des Abgrunds

Daimler schickt seine Mitarbeiter für fünf Wochen in Zwangsurlaub, VW spart bei Zeitarbeitern. Chrysler baut mehr Stellen ab als geplant, und General Motors verschiebt den Start neuer Modelle. Experten rechnen nach dem schlimmsten Absatzeinbruch seit Kriegsende mit einem katastrophalen Jahr 2009 für die Autohersteller.

NEW YORK/FRANKFURT/STUTTGART. Die Autoindustrie steuert auf ihre größte Krise seit Jahrzehnten zu. Nach Daimler, Renault und Fiat stellen sich weitere große Hersteller mit einschneidenden Maßnahmen auf eine schwere Rezession in der Branche ein. Bei vielen Autobauern brechen in ungeahntem Maße die Gewinne ein, werden weitere Bänder gestoppt und der Rotstift an das Personal angelegt: Die Autoindustrie trifft die Finanzkrise und Nachfrageeinbrüche auf wichtigen Märkten mit voller Wucht. Für General Motors und Chrysler nimmt der Druck zur Fusion zu.

Nach der Gewinnwarnung in der vergangenen Woche schickt Daimler seine Belegschaft in XXL-Weihnachtsferien. „Die Produktion in Sindelfingen wird von 12. Dezember bis zum 12. Januar stillstehen“, bestätigte eine Sprecherin des Betriebsrates dem Handelsblatt. Die positiven Bestände auf den Arbeitszeitkonten bei Mercedes sind nach Angaben aus dem Management bereits weitgehend abgefrühstückt, so dass mit der Winterpause weite Teile der Beschäftigten bereits in die Minusstunden gehen. Mit der Maßnahme kann Daimler nur in den nächsten Monaten die Krise abfedern. Produktionschef Rainer Schmückle hatte bereits vor einer Woche angedeutet, dass es zu einem Personalabbau kommen werde, falls die Absatzkrise länger als ein halbes Jahr dauern sollte.

Bei Chrysler brennt es bereits. Die stark angeschlagene ehemalige US-Sparte von Daimler legt ein radikales Sparprogramm auf. Wegen der rückläufigen Nachfrage will der US-Autobauer noch mehr Stellen als geplant abbauen und nun rund 5 000 Jobs in der Verwaltung streichen. Die Streichungen seien wegen der beispielslosen Marktbedingungen nötig, teilte das Unternehmen mit. Aber auch die Chrysler-Konkurrenz tritt massiv auf die Bremse.

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