Branchenperformance
Pharmaumsätze wachsen langsamer

Die Pharmabranche hat an Schwung verloren. Präsentierte sie in den den ersten Monaten des Jahres noch relativ starke Zahlen, fielen die Wachstumsraten im dritten Quartal deutlich schwächer aus. Als letzter Vertreter der Spitzengruppe bestätigte die britische Astra-Zeneca diese Tendenz.

FRANKFURT. Die Nummer Sechs der Pharmabranche steigerte den Umsatz im dritten Quartal währungsbereinigt noch um sechs Prozent auf 7,1 Mrd. Dollar und verbuchte dabei einen Rückgang des operativen Gewinns um vier Prozent auf zwei Mrd. Dollar. Der Konzern konnte damit zwar die Erwartungen des Marktes leicht übertreffen. Die Wachstumsraten blieb gegenüber den Vorquartalen aber um zwei Prozentpunkte zurück, obwohl Astra-Zeneca erstmals die Neuerwerbung Medimmune einbezog.

Im Schnitt legten die Umsätze der führenden Konzerne nach Handelsblatt-Berechnungen noch um gut fünf Prozent zu, gegenüber fast neun Prozent im ersten Halbjahr. Auch die Performance in den ersten neun Monaten fällt damit schwächer aus als die Halbjahresdaten. Mit Pfizer, Glaxo-Smithkline und Novartis wiesen im abgelaufenen Quartal drei Topkonzerne sogar Umsatzrückgänge aus – eine ungewohnte Erfahrung im Pharmageschäft. Eine Ausnahme bildet lediglich der US-Konzern Bristol-Myers Squibb. Er konnte die Generikakonkurrenz für das umsatzstarke Blutverdünnungsmittel Plavix zurückdrängen und damit einen schwachen Umsatztrend der vorangegangenen Quartale umkehren.

Insgesamt bestätigen die jüngsten Daten einen Trend zu schwächerem Wachstum, den Fachleute bereits seit längerem vorhersagen. Das Marktforschungsunternehmen IMS Health rechnet damit, dass die Umsätze der Branche im kommenden Jahr weltweit nur noch um fünf bis sechs Prozent zulegen, gegenüber sechs bis sieben Prozent im Gesamtjahr 2007. Für die USA erwartet IMS für 2008 nur noch ein Plus von vier Prozent und damit den schwächsten Zuwachs seit mehreren Jahrzehnten.

Als Hauptgrund für die Entwicklung gelten umfangreiche reguläre Patentabläufe sowie zusehends aggressivere Strategien der Generikafirmen. „Die wachsende Zahl an Patentanfechtungen sind eine kritische Herausforderung für die Industrie“, sagte Astra-Zeneca-Chef David Brennan am gestrigen Donnerstag. Der britische Konzern sieht sich unter anderem einer Attacke der kleinen US-Firma Cobalt ausgesetzt, die eine Kopie des Cholesterinsenkers Crestor auf den Markt bringen will. Die Patente für das drittgrößte Produkt des Konzerns laufen nach Einschätzung von Astra-Zeneca noch bis mindestens 2016. Unterdessen wurde das Geschäft mit dem Magenmittel Nexium gebremst, weil in diesem Bereich patentfreie Konkurrenzprodukte an Boden gewinnen. Die Verstärkung der Entwicklungs-Pipeline genieße weiter höchste Priorität, sagte Brennen.

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