Branchentrends
Chemie im Aufwind

Die Chemieproduktion nimmt wieder Fahrt auf. Nach dem scharfen Einbruch zum Jahreswechsel legte die Ausstoß im Vergleich zum Vorquartal um vier Prozent zu. Die Nachfrage nach Chemikalien habe spürbar angezogen. Ganz überstanden sei die Krise aber noch nicht.
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HB FRANKFURT. In der Chemie gehe es zwar weiter bergauf. Dennoch läge die Produktion noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Dieses Fazit zieht der Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) Ulrich Lehner. Trotz des spürbaren Aufwindes in den letzten Monaten bleibe die Situation für die Branche wegen des schlechten Jahresbeginns insgesamt "schwierig".

Der VCI bekräftigte vor diesem Hintergrund die Jahresprognosen. Demnach dürfte die Chemieproduktion 2009 um rund zehn Prozent sinken. Dies wäre der schärfste Einbruch seit 1975. Bei einem Rückgang der Erzeugerpreise um zwei Prozent dürfte der Umsatz um zwölf Prozent einbrechen. Dabei dürfte sich das Auslandsgeschäft etwas besser als das Inlandsgeschäft entwickeln.

"Mut macht, dass sich immer mehr Industrienationen aus der Umklammerung der Weltwirtschaftskrise lösen können und Südostasien wieder auf Wachstum eingeschwenkt ist", sagte Lehner. Diese Entwicklung werde die Nachfrage nach Chemikalien weiter stabilisieren. Am größten fiel der Produktionszuwachs im dritten Quartal in der Grundstoffchemie aus. Aber auch die Hersteller von Spezialchemikalien sowie Wasch- und Körperpflegemitteln profitierten von der wachsenden Nachfrage.

Der Preisverfall bei chemischen Produkten ist unterdessen vorerst gestoppt. Gegenüber dem Vorquartal stiegen die Chemikalienpreise im dritten Quartal um 0,1 Prozent an. Damit waren chemische Erzeugnisse aber immer noch 4,3 Prozent günstiger als vor einem Jahr. Der Branchenumsatz kletterte von Juni bis September im Vergleich zum Vorquartal um 5,5 Prozent auf 35 Mrd. Euro. Dabei seien die Wachstumsimpulse sowohl aus dem Inlands- wie aus dem Exportgeschäft gekommen. Auf Grund der schwierigen wirtschaftlichen Lage sank die Zahl der Mitarbeiter in der Branche im Jahresvergleich um rund zwei Prozent auf 432 900.

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