Branchenüberblick
Pharmabranche hat noch Sparpotenziale

Die Pharma-Konzerne bleiben die stabilste und rentabelste Industrie - wenn sie ihre Strukturen anpassen. Die großen Hersteller haben gute Möglichkeiten, durch Übernahmen und Fusionen ihre Kosten zu senken. Das hilft, ausgelaufene Patente und Schwächen in der Umsatzentwicklung zu kompensieren.

FRANKFURT. Die goldenen Jahre sind für die Pharmabranche schon seit längerem vorbei. Aber die Ertragskraft der Branche scheint weder unter der wachsenden Konkurrenz durch Produzenten von Nachahmermedikamenten (Generika) noch unter dem schwachen Konjunkturumfeld ernsthaft zu leiden. Die Erfahrungen der vergangenen Monate und Jahre sprechen vielmehr dafür, dass die Branche vorerst eine der rentabelsten und zugleich stabilsten Industrien bleibt.

Die großen Pharmahersteller haben nach wie vor große Möglichkeiten, durch Übernahmen und Fusionen ihre Kosten zu senken. Das hilft ihnen, ablaufende Patente und daraus resultierende Schwächen in der Umsatzentwicklung zu kompensieren.

"Die finanzielle Performance dürfte daher in der näheren Zeit solide bleiben", schätzt etwa die Ratingagentur Moody's Ein Indiz dafür, wie robust sich der Sektor im Vergleich zu vielen anderen Industrien entwickelt, lieferten nicht zuletzt die jüngsten Quartalszahlen. Diese fielen in der Summe ein gutes Stück besser aus als erwartet. Immerhin neun der 20 führenden Pharmakonzerne haben ihre Prognosen für das Gesamtjahr erhöht. Keiner musste nach unten korrigieren.

Auf Dollarbasis wiesen die Unternehmen in der Summe zwar einen Rückgang der Arzneimittelerlöse um rund drei Prozent aus. Dabei spielte aber die Aufwertung des Greenbacks gegenüber wichtigen europäischen Währungen und dem Yen eine maßgebliche Rolle. Die Gesamtumsätze der Pharmakonzerne waren trotz der negativen Währungseffekte nahezu stabil und die operativen Erträge wurden im Schnitte sogar um etwa drei Prozent höher ausgewiesen als im Vorjahr.

Selbst etliche große US-Konzerne wie Pfizer, Wyeth oder Amgen, die derzeit aufgrund von Patentabläufen gegen schrumpfende Pharmaumsätze kämpfen, überraschten mit vergleichsweise hohen Erträgen und einem verbesserten Ausblick.

Die offiziellen Prognosen sind dabei zwar mit gewisser Vorsicht zu genießen. Denn in der Regel beziehen sie sich auf so genannte bereinigte Gewinn-Kennzahlen, bei denen diverse "Sonderbelastungen" - etwa Restrukturierungskosten, Straf- oder Schadensersatzzahlungen - ausgeklammert werden. Unterm Strich ist die Performance meist nicht ganz so gut.

So waren die Nettogewinne der Top-20-Unternehmen der Branche 2008 leicht rückläufig und lagen im ersten Halbjahr 2009 im Schnitt um sechs Prozent unter Vorjahr. Mit einer durchschnittlichen Umsatzrendite von 17 Prozent nach Steuern übertreffen die Pharmakonzerne aber fast alle anderen Industrien.

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