Branchenverband befürchtet Pleitewelle
Bund plant Hilfe für Airbus-Zulieferer

Die Bundesregierung will den Zulieferern des angeschlagenen Flugzeugherstellers Airbus möglicherweise finanziell unter die Arme greifen. Wie aus einem Schreiben des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) hervorgeht, hat das Bundeswirtschaftsministerium dazu seine Bereitschaft signalisiert. Eine endgültige Entscheidung steht aber noch aus.

„Es wurde nicht ausgeschlossen, im konkreten Einzelfall Hilfen zur Verfügung zu stellen“, heißt es in dem Schreiben des Branchenverbands, das dem Handelsblatt vorliegt. BDLI-Geschäftsführer Hans-Joachim Gante – früher Airbus-Deutschland-Chef – hat den Zulieferern und Mitgliedsfirmen bis zum 17. November Zeit gegeben, um dem Verband mitzuteilen, wie sich die Lieferverzögerungen der A380 auf ihre Betriebe auswirken. „Erste Umfragen zeichneten ein Bild hoher Betroffenheit und lassen befürchten, dass eine erhebliche Zahl von Zulieferern künftig nicht mehr zur Verfügung stehen wird und Wertschöpfungsprozesse aus Deutschland an das Ausland verloren gehen könnten“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Als Grund nennt der Verband die drohenden Lieferverzögerungen bei der A380. So würden von 2006 bis 2010 insgesamt 75 Flugzeuge weniger produziert als ursprünglich vorgesehen. Allein in den nächsten beiden Jahren seien es jeweils 24 Jets.

Ob der Bund den Zulieferern hilft, ist aber noch unklar. „Wir warten zunächst die Analyse des BDLI ab“, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterstützt aber ausdrücklich die Sanierungspläne des Airbus-Mutterkonzerns EADS. In einem Gespräch mit den beiden EADS-Vorstandsvorsitzenden Thomas Enders und Louis Gallois sagte sie, die deutsche Regierung sei bereit, „jede wirtschaftlich sinnvolle Lösung mitzutragen, die zur Erhaltung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sowie der Arbeitsplätze beiträgt“.

Enders und Gallois berichteten im Kanzleramt auch über die wesentlichen Ursachen der Probleme bei Airbus sowie die strategischen Grundlinien der angedachten Lösungen. Als Bedingung nannte Merkel, dass die Belastungen fair auf die Standorte in Deutschland und Frankreich verteilt werden müssten. Enders und Gallois versicherten, dies werde geschehen.

Sie begrüßten zudem die von der Bundesregierung favorisierte Lösung, dass ein Konsortium aus privaten Finanzinvestoren das 7,5-Prozent-Aktienpaket, das Daimler-Chrysler verkaufen will, übernimmt. Dieses Modell sei akzeptabel und deutlich besser als ein staatlicher Einstieg, hieß es nach Informationen des Handelsblatts.

Merkel erklärte, die Verhandlungen mit den privaten Investoren seien „auf gutem Wege“. Über Details hätten die Beteiligten nicht gesprochen, heißt es. Merkel habe jedoch deutlich gemacht, dass der Bund mit der angestrebten Lösung ein klares Signal für die Bedeutung des deutsch-französischen Gleichgewichts setzen will.

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