Brasilien

Chinesen interessiert an Thyssen-Krupp-Werk

Für Thyssen-Krupp ist das brasilianische Stahlwerk ein Milliardengrab. Nun hat der Mischkonzern laut einem Medienberichten einen echten Interessenten gefunden. Und der kommt ausgerechnet aus Fernost.
Update: 21.06.2012 - 08:24 Uhr 10 Kommentare
ThyssenKrupp prüft den Verkauf seines Stahlwerks in Brasilien. Quelle: Reuters

ThyssenKrupp prüft den Verkauf seines Stahlwerks in Brasilien.

(Foto: Reuters)

BerlinDer geplante Verkauf des ThyssenKrupp-Werkes in Brasilien weckt einem Medienbericht zufolge das Interesse chinesischer Stahlhersteller. Wie die „Financial Times Deutschland“ vorab unter Berufung auf Kreise berichtet, haben die beiden größten Stahlkonzerne des Landes, Hebei und Baosteel, Interesse an dem neuen Werk signalisiert.

Der Prozess stehe jedoch noch ganz am Anfang - bisher sei es nicht einmal zu einer Prüfung der Bücher (Due Diligence) gekommen. Thyssen-Krupp lote derzeit verschiedene Möglichkeiten aus. Der Konzern lehnte am Mittwoch dem Blatt zufolge einen Kommentar zu möglichen Käufern oder Partnern ab. Der Prozess werde einige Zeit in Anspruch nehmen, teilte er demnach weiter mit.

Die Börse reagierte entzückt auf die Meldung und hob die Aktie im frühen Geschäft an die Dax-Spitze geschoben. Bei Lang & Schwarz lagen die Aktien 1,6 Prozent im Plus. Schon am Vorabend hatte Thyssen-Krupp 3,5 Prozent auf 12,84 Euro zugelegt, was Händler allerdings auf die allgemeine Nachfrage nach Konjunktur-abhängigen Werten in Erwartung der Fed-Maßnahmen zurückgeführt hatten.

Der Einstieg in die Stahlproduktion in Übersee hat sich für ThyssenKrupp zu einem Desaster mit Milliardenverlusten entwickelt. Der neue Konzernchef Heinrich Hiesinger prüft deshalb einen Verkauf des Werks in Brasilien und der von dort belieferten Produktionsstätte im US-Bundesstaat Alabama.

  • rtr
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10 Kommentare zu "Brasilien: Chinesen interessiert an Thyssen-Krupp-Werk"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @arbiter: gut ausgeführt!

    Es entbehrt ja nicht einer gewissen Ironie: erst verkaufen die Chinesen Schrott, und dann wollen Sie mit der Konkursmasse absahnen. Ein Schelm, der eine Strategie dahinter vermutet.

    Es ist aber schon traurig: im Privaten weiß jeder, dass wer billig kauft, zweimal kauft. Niemand würde privat Investitionsgüter (und das sind Industrieanlagen) als billige Chinaware kaufen. Oder wer fährt hier ein CN-Auto, wohnt in einem CN-Haus oder hört auf einer hochwertigen Hifi-Anlage aus CN Musik?

    Noch etwas: hat eigentlich schon jemand (z.B. Aktionärsvereinigungen) zumindest die Bonuszahlungen der TK-Topmanager für die Missmanagementjahre zurückgefordert? Das wäre mehr als angemessen angesichts der mangehaften Leistung der hohen Herren. Ich spreche ja nicht gleich von 150 Jahren Gefängnis (obwohl...). So zahlen wieder einmal die Anleger und die Konzernmitarbeiter die Zeche (und auch die Kokerei, und den Hochofen, etc.)

  • ja, vollkommen richtig.

  • ja, genau die frage hab ich auch immer mal wieder! super! und die ganze scheisse wurde auch in den neunzigern so bei evionik bzw. degussa usw. so ge... alle im mittleren führungsstäben sagten: wir haben doch mit diesen "mega investitionen nie im ausland geld verdient". aber die egomanischen "arsch...." machen ein auf herren gegen jede logik und erfahrung. und die ganze sch...wurde von herrn rau - ein guter mensch und aufrechter demokrat, aber wirtschaftlich unbegabter mensch - umgeordent. wie bei der spanien rettung. hoesch der gute wurde bestraft und der schlechte belohnt. in spanien werden gerade die schlechten, nicht marktfähigen banken belohnt und ....
    UND so ein scheiss passiert über all so. schrempp soll ja auch noch immer nicht schuldbewust sein. was sind das für verkommene personen - ohne selbstkritik, herrisch dumm, .....aber fleisig damit beschäftigt ihre privaten kassen mit optionsgeschäften usw. voll zu spülen. wir brauchen wieder marktwirtschaft - keine fischköpfe mehr.

  • Das nächste Cromme-Desaster. Mit dem Ruin deutscher Stahlwerke kennt sich der Herr vom Hügel ja aus, insbesondere wie man den Abbau durch Chinesen organisiert. So geschehen vor rd. 10 Jahren in Dortmund mit den Hoesch-Stahlhütten. Diese Stahlwerke (Westfalenhütte) produzieren jetzt Stahl für Deutschland in China. Ein einziger Treppenwitz. Daß man in Brasilien eine derartige Investition überhaupt begonnen hat zeigt: Diese Herren haben einfach keine Ahnung, weder vom Produkt, noch von den technischen Prozessen noch von Brasilien mit seinen Strukturen. Bei Siemens wird die unangenehme Wahrheit auch noch ans Tageslicht kommen. Noch hat dieses Unternehmen unter der Führung von Cromme genug Substanz aus längst vergangenen Tagen, um die gravierenden Fehlentscheidungen der Cromme-Löscher-Aera zu verdecken.

  • ja, eu und europa sollte sehr besorgt bei so was sein. und noch "herber", die summen sind doch im vergleich zu den eurogeschichten bescheiden.....das sind so die dinge die mich langsam an der kommission usw. zweifeln läßt.

  • Dennoch ist es offensichtlich besser zu verkaufen als auf längerer Zeit auf den Instandhaltungs und wartungskosten zu sitzen. Durch den Verkauf minimiert ThyssenKrupp wenigsntens den Verlust.

  • Klasse!
    Milliarden investieren, dann für Peanuts verkaufen und im nächsten Aufschwung wieder einen Neubau planen. Der ist dann im Abschwung fertig und das Spiel beginnt von vorn.
    Die Chinesen freut´s weil sie günstig Marktanteile erhalten.
    Hier zeigt sich der echte Nachteil gegenüber einem Familienunternehmen, in dem man sicher langfristiger denken würden. Auch mit einem Ferdi Piech wäre das nicht passiert.

  • Hauptsache die Aktien steigen kurzfristig und damit die Tantiemen von Konzernchef Heinrich Hiesinger.

    Verkaufen ist immer am einfachsten, da muss man sich selber keine Gedanken machen. Irgendwann ist dann nichts mehr zum verkaufen da und den letzten Konzernchef beissen dann die Hunde.

  • Interessant, dass es die Chinesen sind.
    Denn die sind an der Kosten- und anderen Explosionen
    schuld. Schließlich hat ja die weise Firma Thyssen-Krupp
    die Kokerei seinerzeit nicht an die eigene Tochter Uhde,
    sondern an die Chinesen vergeben. Schaden: > 1,5 Mia. €.
    Die 100 Mio. Mehrkosten, die bei Uhde im Angebot standen,
    hätte Thyssen-Krupp sogar noch im eigenen Haus behalten.
    Ich frage mich, ob der Schupftabak bei Thyssen nicht
    manchmal weiß ist.

  • Und irgendwann gibt es weltweit nur noch ein Land, das Stahl produziert: China

    Stahl ist immer noch ein Schlüsselrohstoff auf dieser Welt.
    Wer die Produktion beherrscht, beherrscht die Welt.

    Aber so weit denken unsere Flipchart-Akrobaten nicht...

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