Brasilien lockert Produktionsbeschränkungen bei Soja - China vor Neuregelung von Importen: Gensaaten stehen weltweit vor einem Durchbruch

Brasilien lockert Produktionsbeschränkungen bei Soja - China vor Neuregelung von Importen
Gensaaten stehen weltweit vor einem Durchbruch

Am Weltmarkt für Agrarprodukte deutet sich eine Entscheidung im Streit um die Akzeptanz von genetisch veränderten Nutzpflanzen an. Nachdem Brasilien, weltweit zweitgrößter Sojaerzeuger, Ende 2003 die Produktionsbeschränkungen gelockert hatte, will nun China ein vor zwei Jahren eingeführtes Importverfahren für Soja lockern und die Einfuhr genveränderter Sorten erleichtern.

DÜSSELDORF/SÃO PAULO. Beide Schritte könnten den Anteil von genverändertem Soja im globalen Getreidegeschäft Welthandel so weit erhöhen, dass sich die faktischen Importbeschränkungen der EU nicht mehr aufrecht erhalten lassen. „Die Mengenverhältnisse zwischen genveränderter und unveränderter Ware am Weltmarkt werden sich verschieben“, sagt der Agrochemieanalyst der DZ-Bank, Heinz Müller. „Für den Handel wird es schwieriger, den von Europa gewünschten Grad der Reinheit zu garantieren.“

Doch hat die Entwicklung die Geschäftsaussichten der führenden Agrobiotechnik-Anbieter klar verbessert. Am Tag der chinesischen Entscheidung sprang der Monsanto-Aktienkurs von 24 $ auf 30 $. Der US-Konzern dürfte mit seinem 90-%-Marktanteil bei transgenen Nutzpflanzen als erster von den Liberalisierungen in den beiden Schwellenländern profitieren.

Bei der Anfang des Jahres bei einem Branchenkongress in Shanghai angekündigten Revision der Importbeschränkungen in China geht es Agrarexperten zufolge um ein Marktpotential von 4 Mrd. $ im Jahr. Kurz darauf meldete das US-Handelsministerium, es sei von chinesischen Stellen über die für April geplante Liberalisierung informiert worden.

In den letzten Monaten hatte es heftigen Streit um US-Agrarlieferungen nach China gegeben. Die Liberalisierung soll Chinas Lebensmittelindustrie zunächst den Bezug von Soja für bis zu 2 Mrd. $ pro Jahr aus den USA ermöglichen. Das gilt auch für Sorten, die nach Monsanto-Patenten gentechnisch gegen deren Totalherbizid "Round Up" immunisiert sind. Sie können als Futtergetreide eingesetzt oder in Lebensmitteln verarbeitet werden.

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