Brasilien
Mit deutscher Hilfe zur „Green Economy“

Bei der Fußball-WM 2014 will sich Brasilien auch als Vorreiter bei Erneuerbaren Energien präsentieren. Deutschen Firmen winken lukrative Aufträge – doch der Weg zur „Green Economy“ ist kein Selbstläufer.
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Salvador da BahiaEs ist ein Fußball-Wettstreit der anderen Art. Seit April kann sich der brasilianische Erstligaklub EC Bahia aus der Küstenstadt Salvador rühmen, im ersten Solarstadion Lateinamerikas zu spielen – dem  ­ Pituaçu Solar. Beim Konkurrenzklub EC Vitória reicht es dagegen nur zu einer Biogasanlage, die auch mit Abfällen betrieben wird. „Wir bekommen unseren Strom von der Sonne“, triumphieren die Bahia-Fans, „ihr bezieht euren aus dem Müll.“

Der Wettstreit ist ein winziger Schritt auf Brasiliens Weg zur „Green Economy“. Vom 20. bis 22. Juni richtet das Land die Konferenz Rio+20 aus. 20 Jahre nach dem „Erdgipfel“ in der brasilianischen Metropole sucht die Weltgemeinschaft dort eine Antwort auf die Frage, wie sich Umweltschutz mit sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung vereinbaren lässt. Und als Gastgeber will sich Brasilien auch als Vorreiter bei der nachhaltigen Energieversorgung präsentieren.

Heute erzeugt die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt rund 85 Prozent des Stroms in großen Wasserkraftwerken. Doch der weitere Ausbau stößt an Grenzen, wenn nicht umstrittene neue Staudämme im ökologisch sensiblen Amazonasgebiet errichtet werden sollen. Und der Bedarf steigt rasant, obwohl der Stromverbrauch pro Einwohner nur ein Viertel des europäischen Wertes erreicht.  Auf dem Weg vom Schwellen- zum Industrieland muss Brasilien seine Stromerzeugungskapazität binnen zwölf Jahren verdoppeln, beschreibt André Pepitone da Nóbrega, Direktor der mächtigen nationalen Regulierungsbehörde ANEEL, die Herausforderung: „Wir müssen also in zwölf Jahren das wiederholen, was wir in den zurückliegenden 500 Jahren geschafft haben.“

Und dabei setzt die Regierung – anders als noch vor wenigen Jahren – nicht mehr vorrangig auf klimaschädliche Kohlekraftwerke oder Atommeiler, sondern auf Öko-Energien. Bei der Windkraft hat das Land nach großen Startschwierigkeiten ­– die seit Mitte der 1990er-Jahre diskutierte gesetzliche Grundlage wurde erst 2004 verabschiedet – inzwischen Fortschritte erzielt. Heute deckt der in einigen Regionen kräftig blasende Wind 1,5 Prozent des nationalen Stromverbrauchs, Windkraftanlagen mit 1600 Megawatt Leistung sind bereits installiert, weitere 6000 Megawatt sind im Bau.

Allein das Windkraftpotenzial des Bundesstaates Ceará an der Küste im Nordosten würde ausreichen, um ganz Brasilien mit Strom zu versorgen. Deutsche Windkraftfirmen wie Enercon, die in Brasilien unter dem Namen Wobben Windpower firmiert, oder Fuhrländer sind deshalb bereits in Südamerikas größtem Staat aktiv. Einem beschleunigten Ausbau der Technologie steht momentan vor allem der Mangel an qualifiziertem Personal im Weg.

Kommentare zu " Brasilien: Mit deutscher Hilfe zur „Green Economy“"

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  • Sehr schön, hier sieht man das die in Deutschland gewonnene Expertise helfen kann andere Länder bei einer nachhaltigen Energieversorgung zu unterstützen und dabei auch Geld verdient werden kann. Es wäre schon eine große Leistung den Prozentsatz der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion auf einem Niveau um die 90% zu halten, auch hier können wir in Zukunft das Wissen, welches wir durch intelligente Speicher- und Transportmöglichkeiten im Zuge der Energiewende erreichen exportieren und so die volkswirtschaftlichen Kosten für die Energiewende geringer halten.

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