Brasiliens Ölreserven
Der Milliarden-Schatz, den niemand heben kann

Brasilien verfügt über gigantische Ölfelder. Doch die liegen in extremer Meerestiefe.
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Sao PauloEs sollte die triumphale Wiedergeburt der brasilianischen Werftindustrie sein - doch sie ging gründlich schief: Als der 274 Meter lange Öltanker Joao Cândido Mitte 2010 vom Stapel lief, mussten ihn Schlepper schleunigst wieder in die Werft zurückschieben. Der Öltanker drohte wegen löchriger Schweißnähte zu sinken.

Mit zwei Jahren Verspätung konnte der Tanker der Suezmax-Größe, der fast die halbe Tagesproduktion der brasilianischen Ölindustrie aufnehmen kann, im Mai seine erste Fahrt zu den Ölplattformen Brasiliens vor der Küste Rio de Janeiros antreten. Die weltweit größten Ölfunde seit Jahrzehnten.

Die Panne beim Tankerbau ist symptomatisch für die Ölindustrie Brasiliens: Denn einerseits hat der staatlich kontrollierte Ölkonzern Petrobras vor fünf Jahren die weltweit größten Ölfunde seit Dekaden verkünden können. In extremen Meerestiefen lagern vor der Küste Brasiliens nachgewiesen rund 31 Milliarden Fass Öl, womit sich Brasiliens Reserven verdoppeln würden, wenn sie angezapft werden.

Es gibt Schätzungen von weiteren 80 Milliarden Fass, die in Tiefen von 7000 Metern unter der Wasseroberfläche lagern könnten. Das Problem jedoch: Brasilien gelingt es nicht, seinen Schatz zu heben. Trotz gewaltiger Investitionen gestaltet sich der Aufbau der eigenen Ölindustrie schwieriger als erwartet.

Denn die Regierung hat der Industrie die Vorgabe gemacht, dass rund zwei Drittel der Förderinfrastruktur in Brasilien hergestellt werden muss. Damit will die Regierung kurzfristig rund zwei Millionen Arbeitsplätze schaffen und Brasilien mittelfristig zum führenden Anbieter von Off-Shore-Förderungstechnologie aufbauen. Petrobras hat dafür bis 2020 ein Investitionsbudget von 270 Milliarden Dollar eingeplant. Es ist eines der größten Investitionsvorhaben eines einzelnen Konzerns weltweit.

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