Brauerei-Ranking
Biermarkt wächst mit Mixgetränken

Biermischungen finden reißenden Absatz und stützen das Geschäft der Markenbiere. Aber nur wer das rechtzeitig erkannt hat, kann gegenüber dem stagnierenden Gesamtmarkt punkten: Veltins zieht davon, Warsteiner erholt sich – doch Bitburger hat Probleme.

SCHMALLENBERG. Biermischgetränke sind die Garanten für eine weiter positive Entwicklung der meisten Markenbiere. Der Gerstensaft gemischt mit Limonade, Cola oder anderen Extrakten machte von Januar bis Juni 2007 rund 2,3 Millionen Hektoliter und damit rund fünf Prozent des deutschen Bierabsatzes aus. Das ist ein Plus von 33 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2006, rechnete das Statistische Bundesamt aus.

Wohl der Brauerei in Deutschland, die diesen Trend rechtzeitig erkannt hat und bereits über eine starke Position in diesem Segment verfügt. Denn der Bierabsatz insgesamt legte in Deutschland in der ersten Jahreshälfte nur um 0,5 Prozent auf 52,5 Mill. Hektoliter zu.

Voll im Trend liegt die Brauerei Veltins, die mit ihrer Biermix-Marke „V +“ in den ersten sechs Monaten des Jahres um über 20 Prozent auf fast eine Viertelmillion Hektoliter zulegte. Am Ende des Jahres soll dann die Halbe-Million-Hektoliter-Marke erreicht werden, wie Veltins’ Generalbevollmächtigter Michael Huber hofft. „Das entspricht dem Ausstoß einer mittelgroßen Brauerei“, sagte Huber vor Fachjournalisten in Schmallenberg.

Die starke Position in diesem Wachstumssegment gab bei Veltins den Ausschlag für den Zuwachs an Markenstärke von fast zehn Prozentpunkten, wie die Markenberatung Dragon Rouge in ihrem „Markenmonitor Bier 2007“ feststellte. „V+ ist die stärkste Mixmarke in Deutschland. Dabei wird ihr Einfluss auf die Hauptmarke immer größer“, sagt der Autor der Studie, Dragon-Rouge-Geschäftsführer Johannes Rellecke. Zur Ermittlung des Markenstärkeindexes wurden über 2 100 Personen repräsentativ befragt. Aus mehr als 30 Einzelfaktoren wurde dann die relative Markenstärke generiert.

Unverändert an der Spitze liegt die Marke „Beck’s“, die zum brasilianisch-belgischen Brauriesen Inbev gehört. Auch im deutschen Biermix-Ranking liegt sie auf Platz eins – aber mit stagnierender Tendenz. Derzeit hat der Braukonzern hier zu Lande aber mit dem Exodus fast seiner kompletten Führungsriege zu kämpfen. Experten trauen dem brasilianischen Nachwuchsmanagement kaum den sensiblen Umgang mit den komplexen deutschen Markt-Strukturen zu.

Ebenfalls eine starke Position im nationalen Bierranking belegt die Brauerei Krombacher, die Marktführer bei den Pilsbieren ist. Krombacher-Chef Bernhard Schadeberg hat sich mit der Marke „Cab“ aber auch auf dem Mischgetränke-Markt eine starke Stellung verschafft. Darüber hinaus ist Krombacher seit der Übernahme von Schweppes auch bei den alkoholfreien Getränken ein ernst zu nehmender Hersteller, dem weitere Expansion zugetraut wird.

Unlängst hat bei Bionade-Chef Peter Kowalsky ein Hinweis aus dem Hause Krombacher, man bereite ein Konkurrenzprodukt zu dem erfolgreichen Bio-Getränk vor, für Aufregung gesorgt. „Wir werden gegen alle Hersteller mit aller Härte vorgehen, die versuchen, unsere Marke und das Produkt zu imitieren“, kündigte Kowalsky gegenüber dem Handelsblatt an.

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