Brauereien
Biergigant SAB Miller setzt auf Grolsch

Die Deutschen kennen die Biermarke Grolsch vor allem aus dem Hollandurlaub. Für den britisch-südafrikanischen Braugiganten SAB Miller soll die niederländische Marke zum Wachstumstreiber werden, und zwar vor allem in Südamerika. Das sagte der Deutschland-Chef des Konzerns dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Die im vergangen Jahr für rund 820 Mio. Euro übernommene niederländische Biermarke "Grolsch" spielt eine zentrale Rolle bei der weltweiten Expansion des britisch-südafrikanischen Braugiganten SAB Miller.

"Seit der Akquisition von Grolsch haben wir die Marke auf dem südafrikanischen Markt eingeführt. Wir sehen aber noch zusätzliche Chancen in Lateinamerika, Afrika, Asien und auf bestimmten europäischen Märkten", sagte Tiarnán Bergin, seit zwei Jahren Deutschland-Chef von SAB Miller dem Handelsblatt. Der Braukonzern ist in Sachen Bier immer noch die weltweite Nummer eins, wird aber wahrscheinlich von dem belgisch-brasilianischen Braugiganten Inbev (Marken: Beck's, Stella Artois) nach der angekündigten Übernahme des US-Konzerns Anheuser-Busch (Bud light) auf dieser Position abgelöst werden.

"In Deutschland wollen wir in wenigen Jahren unseren Grolsch-Absatz von 20 000 auf über 70 000 Hektoliter mehr als verdreifachen und damit Heineken von der Position der führenden niederländischen Importmarke in Deutschland verdrängen", erklärt der 36-Jährige gebürtige Ire, der sein Handwerk beim irischen Wettbewerber "Guinness" gelernt hat.

Bergin will ab Anfang 2009 neben Grolsch auch noch weitere Konzernmarken nach vorne bringen. Im Mittelpunkt steht dabei weiterhin als "Paradepferd" die tschechische Marke "Pilsener Urquell", von der SAB Miller in Deutschland zuletzt rund 200 000 Hektoliter verkaufte. Die böhmische Traditionsmarke liegt nach Angaben der Marktforscher von AC Nielsen inzwischen auf Rang eins der beliebtesten Importbiere in Deutschland.

Als weiteres Premiumerzeugnis will Bergin den Absatz des italienischen Marktführers "Peroni Nastro Azurro" nun auch hier zu Lande forcieren. "Wir wollen das Bier als Life-Style-Produkt ausschließlich über die italienische Gastronomie absetzen", berichtet Bergin, der die Konkurrenz zum Wein nicht fürchtet. Der Brau-Manager sieht sich mit seinem Produkt auf Augenhöhe mit der Likörmarke "Ramazotti" oder dem Luxus-Wasser "San Pellegrino".

Ausgestattet mit einem um 20 Prozent erhöhten Werbeetat, der aber immer noch im einstelligen Millionen-Bereich liegt und somit keinerlei TV-Werbung erlaubt, will der Weltmarktführer SAB Miller seinen Gesamtabsatz von zuletzt 300 000 Hektoliter in Deutschland innerhalb weniger Jahre verdoppeln.

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