Brauereien
Importbiere sagen deutschen Marken den Kampf an

Deutsche Brauereimanager beklagen derzeit das schlechte Wetter und den schrumpfenden Markt. Ausländische Braukonzerne machen vor, wie sich mit Kreativität zweistellige Wachstumsraten erzielen lassen. So hat der Brauriese SAB Miller mit der Marke "Tyskie" einen Absatzsprung von rund 75 Prozent hingelegt. Auch das irische Guinness feiert Erfolge.

DÜSSELDORF. Ausländische Braukonzerne machen, zumindest in der Nische, den heimischen Brauern vor, wie sich selbst im schwierigen deutschen Biermarkt noch zweistellige Wachstumsraten erzielen lassen. Die Spitzenmanager deutscher Großbrauereien dagegen beklagen derzeit vorzugsweise die schlechte Wetterlage und stehen einem schrumpfenden Markt eher tatenlos gegenüber.

Mit ein wenig Kreativität gelang der Vertriebsmannschaft des multinationalen Brauriesen SAB Miller im vergangenen Geschäftsjahr in Deutschland ein Absatzwachstum von 37 Prozent. Während die Parademarke "Pilsner Urquell" nach eigenen Angaben um 21 Prozent auf weit über 200 000 Hektoliter zunahm, legte die polnischen SAB-Miller-Marke "Tyskie" hierzulande sogar einen Absatzsprung von 75 Prozent hin.

Dabei lag das Team der Pilsner Urquell Deutschland GmbH, das die Deutschland-Aktivitäten von SAB Miller koordiniert, noch im Jahr 2006 in Deutschland weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Doch seitdem haben die Briten auf dem traditionell für ausländische Konzerne schwierigen Markt Gas gegeben. Weltweit ist SAB Miller nach AB Inbev die Nummer zwei im Biermarkt.

Allein die Marken "Tyskie" und "Lech", von denen in Deutschland 2006 erst 30 000 Hektoliter abgesetzt wurden, legten im letzten Jahr auf etwa 100 000 Hektoliter zu. Das Erfolgsrezept verrät Frank Höhler, seit dem 1. Juli Chef von Pilsner Urquell Deutschland: "Wir haben hierzulande rund zwei Millionen potenzielle Kunden, bestehend aus polnisch-stämmigen Deutschen sowie polnischen Saisonarbeitern und Mitbürgern, die sich mit den Marken "Tyskie" und "Lech" ein Stück Heimat ins Wohnzimmer holen können."

Höhler belieferte zunächst die vertrauten Vertriebskanäle der Zielgruppe wie die ungefähr 400 polnischen Nachbarschaftsmärkte in Deutschland. Danach kam der traditionelle Lebensmitteleinzelhandel in den Ballungsgebieten um Hamburg, Berlin oder München an die Reihe. Zur Fußballeuropameisterschaft im letzten Jahr klemmte an jedem Bierkasten eine polnische Fahne.

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