Brauereien
Radeberger-Gruppe will expandieren

Ein paar Schluck will sich der Brauereikonzern Radeberger noch genehmigen. Firmenzusammenschlüsse sind in der Branche an der Tagesordnung - da will der Konzern seine Position durch weitere Zukäufe stärken.

HB FRANKFURT. "Wir sind mit der Radeberger Gruppe angetreten, in diesem Konsolidierungsprozess Treiber zu sein - und wir sind immer auf der Suche nach passenden Ergänzungen unserer Braugruppe", sagte Ulrich Kallmeyer, Chef von Deutschlands größter Brauerei-Gruppe mit Marken wie Jever, Schöfferhofer und Clausthaler, in einem vorab veröffentlichten Interview der "Wirtschaftswoche". "Unser Ziel steht: Bis 2010 wollen wir unseren Marktanteil von 15 Prozent auf 20 Prozent steigern."

Dass der durch den Zusammenschluss des belgischen Bierbrauers InBev mit dem US-Rivalen Anheuser Busch entstehende neue Weltmarktführer Radeberger von der Spitzenposition auf dem deutschen Markt verdrängt, erwartet Kallmeyer nicht: "Der deutsche Biermarkt tickt nach ganz anderen Regeln - das haben alle bisher in Deutschland aktiven internationalen Braugruppen wie InBev, Carlsberg oder Heineken zum Teil schmerzlich erfahren müssen. Hierzulande liegt der Anteil ausländischer Biere auch viele Jahre nach deren Markteintritt bei mageren sechs Prozent."

Der nachlassende Durst der Deutschen auf Bier führt der Radeberger-Chef auf das Rauchverbot zurück. "Es hat zu schmerzhaft spürbaren Auswirkungen geführt. Unser Fassbierabsatz zeigt einen schwer zu verdauenden Rückgang von 6,5 Prozent - und zwar trotz EM und vor Eintritt des Rauchverbotes in NRW und Berlin. Diese Zahl wird also weiter wachsen." Zudem dürften die Bierpreise wegen der gestiegenen Rohstoffkosten im kommenden Jahr wohl erneut steigen. "Eines ist schon jetzt klar: Die Kosten werden sich in absehbarer Zeit nicht wieder auf ein Normalmaß zurückentwickeln", sagte Kallmeyer.

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