Braukonzern

Wetter und Finanzkrise belasten Carlsberg

Dem viertgrößten Braukonzern der Welt machen der miese Sommeranfang und die Finanzkrise zu schaffen: Das operative Ergebnis sank. Wegen guter Geschäfte in Russland hält der Braukonzern aber an seiner Jahresprognose fest.
Update: 15.08.2012 - 16:43 Uhr Kommentieren
Das Carlsberg-Logo in einem Pub in London. Quelle: Reuters

Das Carlsberg-Logo in einem Pub in London.

(Foto: Reuters)

KopenhageDer ungewöhnlich kühle Sommerbeginn in Westeuropa hat dem Bierbrauer Carlsberg trotz starker Geschäfte während der Fußball-Europameisterschaft das Ergebnis verdorben. An seiner Jahresprognose hält die weltweite Nummer vier der Branche am Mittwoch dennoch fest.

Der dänische Konzern, zu dem auch Marken wie Tuborg, Astra, Holsten oder Lübzer gehören, musste im zweiten Quartal einen Rückgang des operativen Gewinnes um sechs Prozent auf knapp 3,5 Milliarden Kronen (466 Millionen Euro) hinnehmen. Analysten hatten einen leichten Anstieg erwartet. Der Absatz in Nord- und Westeuropa sank um je fünf Prozent. Der Analyst Stig Nymann von Arm. Brand sagte, dies könne darauf hindeuten, dass die Konjunkturkrise den Absatz eher teurer Biermarken drücke.

Wo das Bier zuhause ist
Revellers drink beer from a giant glass on the second day of the San Fermin festival in Pamplona
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Platz 10 - Spanien - 32,7 Millionen Hektoliter Bierausstoß im Jahr 2013

Manchem Deutschen dürfte das spanische Bier noch aus dem Sommerurlaub bekannt sein. Obwohl der heimische Wein hervorragend ist, sind auch die Spanier dem Bier nicht abgeneigt. Die bekanntesten Marken der iberischen Halbinseln sind San Miguel, Damm und Cruzcampo. (Quelle: Barth-Haas-Group)

WM 2006 - Polnische Fans in Hannover
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Platz 9 - Polen - 39,6 Millionen Hektoliter

Nicht nur Fußballfans in Polen genießen das heimische Bier. Die polnischen Biersorten Lech, Tyskie und Zywiec sind auch in Deutschland längst keine Unbekannten mehr.

Barmaid pulls a pint in a pub in central London
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Platz 8 - Großbritannien - 42,4 Millionen Hektoliter

Auch wenn Bier aus England nicht den besten Ruf in Deutschland genießt: Die britische Insel gehört zu den führenden Biernationen. Auch wenn die berühmteste Brauerei Scottish & Newcastle schon seit 2008 in ausländischem Besitz. Besonders erfolgreich auf der britischen Insel sind die Großbrauereien Heineken, Carlsberg und Inbev.

To match story JAPAN-BEER/
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Platz 7 - Japan - 57,2 Millionen Hektoliter

Die neuste Erfindung in Japan: Frozen Bier. Ohnehin haben die Bierkreationen in Fernost nicht viel mit dem deutschen Reinheitsgebot am Hut. Beliebt sind die japanischen Biere trotzdem. Die bekanntesten japanischen Marken sind Asahi und Kirin.

A man drinks a Corona beer at a bar in Cancun
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Platz 6 - Mexiko - 82,5 Millionen Hektoliter

Der Bierausstoß des südlichen Nachbarn der USA ist zwar nur geschätzt, weil offizielle Statistiken nicht vorliegen. Doch die Schätzung katapultiert die Mexikaner locker in die Top Ten. Das mexikanische Bier Corona ist auch in Deutschland beliebt - mit Limette im Flaschenhals.

Russia May Day
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Platz 5 - Russland - 88,6 Millionen Hektoliter

"Na sdorowje" - die Russen sind für ihre Trinkfestigkeit weltberühmt. Doch das hat einen ernsten Hintergrund. In einigen Regionen Russland ist der Alkoholismus zum sozialen Problem geworden. Präsident Putin (rechts) hat eine Gegenoffensive angekündigt. Der Bierabsatz ging im vergangenen Jahr tatsächlich massiv zurück. Marktführer in Russland sind die lokalen Marken von Carlsberg mit einem Anteil von 38 Prozent.

Fruehling im Biergarten
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Platz 4 - Deutschland - 94,36 Millionen Hektoliter

"O'zapft is!" Trotz aller Tradition kommt der Bierdurst der Deutschen langsam zum erliegen. Die Brauereien klagen über sinkenden Absatz. Die Furcht vor weiteren Übernahmen wächst. Bezeichnend, dass die Billigbiermarke Oettinger seit Jahren das beliebteste Bier des Landes ist. Ebenfalls stark: Radeberger, Inbev und Bitburger.

In Russland hingegen zog Carlsbergs Absatz um ein Prozent an. Der Konzern konnte dort seinen Marktanteil leicht auf 37,3 Prozent steigern. Das Geschäft in Nord- und Westeuropa steht bei Carlsberg für 55 Prozent des Umsatzes, Osteuropa für 33.

Die großen Brauer haben sich in der Vergangenheit stark auf Schwellenländer konzentriert. Während aber Rivalen wie SAB Miller nach Afrika und Lateinamerika gingen, investierte Carlsberg in Osteuropa und Russland. Inzwischen aber wächst der Markt in Russland kaum noch. Hier schlägt auch der Kampf der Regierung gegen Alkoholmissbrauch durch - etwa mit schärferen Vorschriften und höheren Steuern auf Bier.

Ende Juli hatte der weltgrößte Brauer Anheuser Bush InBev (Beck's) einen Gewinnanstieg vermeldet, wegen höherer Marketing- und Transportkosten die Erwartungen aber verfehlt. Bei dem Konzern machen Nord- und Südamerika drei Viertel des Umsatzes aus.

Die Nummer zwei der Branche, SAB Miller (Pilsner Urquell), hatte über einen gestiegenen Absatz wegen des Dursts während der Fußball-EM berichtet. Allein im EM-Gastgeberland Polen war der Konsum um elf Prozent gestiegen. Carlsberg-Aktien stiegen am Mittwoch um zwei Prozent.

  • rtr
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