Breite Zustimmung
Opel-Betriebsrat und IG-Metall erleichtert

Die Rettung von Opel hat beim Betriebsrat des Autobauers große Erleichterung ausgelöst. "Da ist ein Riesenstein von uns gefallen", sagte Opel-Gesamtbetriebsrat Klaus Franz am Samstag dem Audiodienst der dpa.

HB BERLIN. "Das war natürlich ein unglaublicher Druck über ein halbes Jahr hinweg." Franz betonte, der Einstieg des Zulieferers Magna sei die richtige Lösung: "Wir werden hart an unserer Zukunft arbeiten müssen. Aber ich sehe eine hervorragende Zukunft zusammen mit Magna und General Motors (GM) in der Minderheitenbeteiligung für dieses Traditionsunternehmen."

Es sei aber noch unklar, wo welche Fahrzeuge in Zukunft gebaut werden. Zugleich sei es nicht zu vermeiden, dass die derzeitige Zahl der Beschäftigten von rund 26 000 nicht gehalten werden könne: "Es wird ohne Personalabbau nicht gehen", sagte Franz.

Der Gesamtbetriebsrats-Chef zeigte sich erleichtert, dass es nicht zu einer Fusion mit dem italienischen Autobauer Fiat kommen wird. "Diese Megafusionen in einem Markt, in einer Industrie, die an Überkapazitäten leidet, kann nicht funktionieren", sagte Franz. Er kenne keine große Fusion in der Autobranche, die in den vergangenen Jahren funktioniert habe.

Der IG-Metall-Bezirksleiter in Frankfurt und Opel-Aufsichtsrat Armin Schild sieht nach der in der Nacht getroffenen Einigung auf ein Opel-Rettungspaket die Gefahr einer Insolvenz des Rüsselsheimer Autobauers gebannt. Mit der erreichten Investorenvereinbarung sei nun die Tür offen für die Gründung des sechsten Automobilunternehmens mit Sitz in Deutschland, der Opel Europa AG, sagte Schild am Samstag. Eine Insolvenz des US-Mutterkonzerns General Motors (GM) werde damit nicht zur Insolvenz von Opel führen.

Nach Einschätzung Schilds sind noch viele Fragen offen und müssten von Magna beantwortet werden. „Wir werden harte Verhandlungen zu führen haben. Um jeden Arbeitsplatz, um Auslastung für die Standorte und um die Absicherung der sozialen Ansprüche der Opel Beschäftigten“, kündigte Schild an.

Auch der nordrhein-westfälische IG Metall-Chef Oliver Burkhard begrüßte die Einigung. „Es ist gut, dass der Staat nun endlich Klarheit geschaffen hat. Es war höchste Zeit“, sagte er. „Jetzt können wir nach vorne schauen, jetzt fängt die eigentliche Arbeit erst an. Sicher ist nur: Es geht weiter für Opel.“

Mit dem in der Nacht zu Samstag im Bundeskanzleramt beschlossenen Rettungskonzept ist der Weg frei für den dringend benötigten Überbrückungskredit von 1,5 Mrd. Euro für Opel und das lange umstrittene Treuhand-Modell. Opel soll damit aus dem GM-Verbund herausgelöst und nicht von einer Insolvenz des Mutterkonzerns mitgerissen werden, deren Verkündung durch US-Präsident Barack Obama am Pfingstmontag erwartet wird. Magna will alle vier deutschen Opel - Standorte in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach erhalten.

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