Brenninkmeijer
Eine Textildynastie setzt auf Solarzellen

Die C&A-Eignerfamilie Brenninkmeijer erhöht ihren Druck auf den Solarzellenhersteller Q-Cells. Marcel Brenninkmeijer übernimmt den Chefposten im Aufsichtsrat, über ihre Investmentfirma Good Energies entsendet die Familie einen weiteren Vertreter in das Aufsichtsgremium - und pocht auf weiteres Wachstum.

FRANKFURT. Die C&A-Eignerfamilie Brenninkmeijer nimmt den Solarzellenhersteller Q-Cells stärker unter ihre Fittiche. Mit Andrew Lee entsende der von der Familie kontrollierte Großaktionär Good Energies einen dritten Vertreter in den sechsköpfigen Aufsichtsrat, wie die Gesellschaft gestern in Thalheim mitteilte. Zudem soll Marcel Brenninkmeijer den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen. Q-Cells und Good Energies wollen künftig stärker zusammenarbeiten, um die Wachstumsziele des Unternehmens zu erreichen.

Good Energies ist ein Investmentvehikel der Familienholding Cofra und gilt als einer der weltweit führenden Investoren für erneuerbare Energien. Der Großaktionär, der 47,6 Prozent der Q-Cells-Aktien hält und sich bislang im Hintergrund gehalten hat, greift damit stärker nach der Macht beim weltgrößten Hersteller von Solarzellen – aus gutem Grund, denn die Krise hat Q-Cells fest im Griff. Bei der Vorlage der Bilanz für das erste Quartal strich Vorstandschef Anton Milner erneut die Prognose für das laufende Geschäftsjahr zusammen. Statt eines Umsatzes von 1,7 bis 2,1 Mrd. Euro erwartet er nun einen Erlös zwischen 1,3 bis 1,6 Mrd. Euro.

Milner schraubte damit zum dritten Mal für dieses Jahr die Erwartung zurück und dürfte bei den Investoren weiter an Vertrauen verloren haben. Der Manager gilt als einer der führenden Köpfe der deutschen Solarwirtschaft, in der Krise der noch jungen Branche leistete er sich aus heutiger Sicht aber einige Fehler. So hielt er lange an der Beteiligung an dem norwegischen Siliziumproduzenten Renewable Energy Corporation (REC) fest, erst unter dem Eindruck eines eingetrübten Finanzumfeldes verkaufte Q-Cells die Aktien in der vergangenen Woche.

Mit dem Erlös in Höhe von 530 Mio. Euro tilgte der Konzern zwar Kredite und stärkte seine Eigenkapitalquote. Allerdings lag der Verkaufspreise nach dem Einbruch der REC-Aktie – innerhalb eines Jahres sank der Wert um zwei Drittel – deutlich unter dem Buchwert. Die fälligen Abschreibungen in Höhe von 387 Mio. Euro drückten Q-Cells im Auftaktquartal tief in die Verlustzone: Nach einem Überschuss von 54,4 Mio. Euro steht nun ein Fehlbetrag von 391,9 Mio. Euro in den Büchern.

Milner konzentriert sich im laufenden Jahr nun auf Einsparungen. Die Kosten will er um bis zu 70 Mio. Euro senken und die Investitionen auf rund 400 Mio. Euro halbieren.

Mit den Einschnitten will sich Q-Cells für künftiges Wachstum rüsten. Der Tiefpunkt sei bereits unterschritten, im kommenden Jahr werde der Boom fortgesetzt, sagte Milner auf einer Telefonkonferenz.

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