Brennstoffzelle
Autobranche kippt Zukunftstechnologie

Die Brennstoffzelle war lange der große Hoffnungsträger für alternative Antriebe. Das ist Vergangenheit. Autohersteller wie Ford lassen die Zukunftstechnologie lieber erst einmal fallen und setzen lieber auf Batterien und Elektromotor. Und das hat Gründe. Der Branche läuft die Zeit davon.

HB DÜSSELDORF. Der Brennstoffzelle droht schon vor ihrem Durchbruch am Markt, der Saft auszugehen. Hersteller und Zulieferer ziehen sich bereits aus den Projekten zurück oder fahren ihr Engagement bei dem einstigen Hoffnungsträger für alternative Antriebe zurück. Elektromotor und Batterieentwicklung haben in den Konzernen Priorität, weil sie sich vergleichsweise schnell in konkurrenzfähige Produkte umsetzen lassen.

Die Auswirkungen der Krise auf dem weltweiten Automarkt bremsen die neue Technik zusätzlich aus. Die Hersteller ächzen unter Absatzeinbrüchen in diesem Jahr von mehr als 30 Prozent. Die entsprechend klammen Kassen der Konzerne beschleunigen die Abkehr von der Brennstoffzelle. "Der Wasserstofftraum lässt noch mindestens weitere 20 Jahre auf sich warten", sagt Engelbert Wimmer, Partner bei der Unternehmensberatung PA-Consulting.

Ford zog sich jetzt aus dem Joint-Venture mit Daimler zurück und verkaufte seine Hälfte der Anteile an Nucellsys in Kirchheim an den schwäbischen Partner. "Wir betreiben die Brennstoffzellen-Forschung zwar weiter, aber sie ist doch sehr langfristig angelegt und wir wollen unsere Ressourcen stärker auf zeitnahere Technologien konzentrieren", sagte eine Ford-Sprecherin. Damit wird die Flotte von derzeit 30 Ford-Fahrzeugen mit Brennstoffzelle nicht weiter aufgestockt. Der Kölner Autobauer will nun lieber Elektroantrieb, Hybridtechnologie und effiziente Verbrennungsmotoren weiter entwickeln. Erst gestern bekam die US-Mutter von Ford einen Kredit über 5,9 Mrd. Dollar von der US-Regierung, um Werke in den USA auf die Produktion von Elektroautos umzustellen.

Wegen des Rückzugs der Kölner werden nach einem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" 65 der 204 Mitarbeiter bei Nucellsys ihre Stelle verlieren. Selbst einstige Vorreiter wie BMW sind inzwischen skeptisch, heißt es in Unternehmenskreisen. Die Bayern nehmen lieber das praxisnähere Elektroauto ins Visier.

Daimler bastelt seit mehr als 15 Jahren an Brennstoffzellen-Fahrzeugen und hat in die Entwicklung weit über eine Mrd. Euro investiert. An den eigenen Projekten für die Brennstoffzelle wollen die Stuttgarter festhalten.

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