Brief an BaFin
Beiersdorf-Kleinaktionäre fordern Übernahmeangebot

Eine Gruppe von Beiersdorf-Kleinaktionären fordert nach der Übernahme eines Beiersdorf-Anteils durch Investoren um den Kaffeeröster Tchibo ein Übernahmeangebot an alle Aktionäre. „Wir bereiten im Auftrag von einigen Minderheitsaktionären der Gesellschaft einen Brief an die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) vor“, bestätigte ein Sprecher der in Brüssel ansässigen Aktionärsgemeinschaft Deminor

HB HAMBURG. Die von Deminor vertretenen institutionellen Investoren wollen erreichen, dass die Tchibo-Gruppe allen außen stehenden Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreitet. Der Initiative sei bereits ein ähnlicher Schritt des Hegde Fonds P. Schoenfeld aus den USA vorausgegangen, der sich bereits an die deutsche BaFin gewandt habe, sagte Bomans.

Die BaFin bestätigte den Erhalt eines Briefes von Minderheitsaktionären, in dem eine Offerte der Beiersdorf-Großaktionäre gefordert werde. „Der Brief hat keinen Einfluss auf unsere Analyse der Lage und war auch nicht Anlass für die Untersuchungen“, sagte BaFin-Sprecherin Sabine Reimer. Die Wertpapieraufsicht hatte vor Kurzem in dem Fall eine Routineuntersuchung eingeleitet.

Beiersdorf bekräftigte auf Anfrage, dass die Transaktion rechtlich einwandfrei verlaufen sei. „Unsere Juristen sagen, dass das absolut wasserdicht ist“, erklärte Firmensprecher Peter Nebel. Tchibo wollte keine Stellungnahme abgeben.

Tchibo besitzt knapp unter 50 Prozent

Die Investorengruppe aus Tchibo, Beiersdorf selbst und die Hansestadt Hamburg hatte im Oktober für 4,4 Mrd. Euro von der Münchener Allianz 40 % ihres ehemals 43,6 % großen Beiersdorf-Anteils übernommen. Dabei hatte Tchibo knapp 20 % an Beiersdorf erworben und so seinen Anteil an dem Hamburger Unternehmen auf knapp unter 50 % erhöht.

Nach dem Übernahmegesetz muss außen stehenden Aktionären ein Übernahmeangebot gemacht werden, wenn ein Investor dreißig Prozent oder mehr an einem anderen Unternehmen erwirbt. Da Tchibo allerdings bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes Anfang 2002 gut dreißig Prozent an Beiersdorf hielt, greift das Gesetz nach Angaben der BaFin nicht, wenn Tchibo isoliert betrachtet wird.

Die Wertpapieraufsicht überprüft aber derzeit, ob die Investorengruppe um Tchibo im Sinne des Gesetzes gemeinschaftlich gehandelt hat. Falls dies der Fall sein sollte, müsste ein Angebot an alle außen stehenden Aktionäre gemacht werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%