Brief an die Aktionäre
Rio Tinto verspricht Vorteile bei Eigenständigkeit

Im Kampf gegen eine feindliche Übernahme hat der australische Bergbaukonzern Rio Tinto seinen Aktionären bei einer weiteren Eigenständigkeit starke Wachstumsraten versprochen. Verwaltungsratschef Paul Skinner bekräftigte in einem offenen Brief seine Ablehnung gegen ein Übernahmegebot des Konkurrenten BHP Billiton. Unter Wert wolle man sich nicht verkaufen.

HB SYDNEY. Rio Tinto werde als unabhängiger Konzern deutlich von der steigenden Nachfrage nach Kupfer, Eisenerz und Aluminium in Ländern wie China und Indien profitieren, erklärte Rio-Tinto-Verwaltungsratchef Paul Skinner in einem offenen Brief. Der Konzern hatte Aktionären bereits eine deutliche Anhebung der Dividende in Aussicht gestellt.

Der weltgrößte Bergbaukonzern BHP Billiton hat einen Übernahmeplan für Rio Tinto skizziert. Die Offerte liegt bei drei BHP-Billiton-Aktien je Rio-Tinto-Anteil. Daraufhin schrieb der Rio-Tinto-Verwaltungsratsvorsitzende Paul Skinner einen Brief an die Aktionäre als Reaktion auf die jüngsten Entwicklungen in dem milliardenschweren Übernahmekampf.

Am vergangenen Freitag hatte die britische Regulierungsbehörde BHP Billiton eine Frist für die Vorlage seines Gebots gesetzt. Der Bergbaukonzern soll bis zum 6. Februar eine offizielle Offerte vorlegen. Rio Tinto begrüßte die Entscheidung des Gremiums. Die sogenannte "Put-up-or-shut-up"-Frist sei im Interesse seiner Aktionäre. BHP Billiton kündigte an, die Möglichkeiten vor dem Hintergrund der gesetzten Frist sorgfältig zu prüfen.

BHP hatte am 8. November einen Vorschlag für einen Zusammenschluss mit dem Wettbewerber bekanntgegeben. In der vorläufigen Offerte bietet der australische Konzern drei eigene Aktien für jedes Rio-Tinto-Papier. Rio Tinto wies die Pläne zurück und hatte bei der Regulierungsbehörde die Frist beantragt, innerhalb derer BHP das Begehren offiziell machen soll. Mit dem Zusammenschluss würde der weltgrößte Rohstoffkonzern mit einem geschätzten Gesamtwert von etwa 350 Mrd. Dollar entstehen.

Sollte die 140 Mrd. Dollar schwere Fusion erfolgreich sein, wäre es die zweitgrößte Übernahme aller Zeiten. Nur die Übernahme der deutschen Mannesmann durch die britische Vodafone 2000 war größer. Zuletzt wurde aber spekuliert, dass aus China ein Gegenangebot für Rio Tinto vorgelegt werden könnte. Nach Medienberichten sorgt sich die chinesische Regierung, dass ein fusionierter Konzern den Rohstoffmarkt dominieren und die Preise nach oben treiben könnte.

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