Brillenhersteller
Rodenstock steckt immer noch in den roten Zahlen

Der Brillenhersteller Rodenstock ächzt unter einem Schuldenberg von mehr als 300 Millionen Euro. Die Zinsen dafür drücken das Traditionsunternehmen weiterhin in die Verlustzone. Besserung soll aber in Sicht sein.
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MünchenDeutschlands größter Brillenhersteller Rodenstock steckt nach seiner Existenzkrise vor zwei Jahren immer noch in den roten Zahlen. Im vergangenen Jahr drückten die Zinsen für die hohe Schuldenlast von 340 Millionen Euro auf das Ergebnis, wie Rodenstock-Chef Oliver Kastalio am Dienstag in München berichtete. Wie hoch der Verlust unter dem Strich ausfiel, ließ er auch auf Nachfragen offen. Die akute Krise habe Rodenstock aber überwunden. „Momentan haben wir keine Insolvenzgefahr“, betonte er.

Das Traditionsunternehmen mit rund 4000 Beschäftigten war im Jahr 2010 nach einem massiven Umsatzrückgang in Not geraten. Vor allem Billigbrillen aus dem Supermarkt und Internet-Konkurrenz machten dem Unternehmen zu schaffen. Erst nach einer monatelangen Zitterpartie einigte sich Rodenstock Anfang vergangenen Jahres mit den Banken auf eine weitere Finanzierung. Um langfristig zu überleben, muss Rodenstock aber profitabel werden und sich von Schulden befreien. Nach Einschätzung von Kastalio ist Rodenstock inzwischen auf dem richtigen Weg. Spätestens 2014 solle die Gewinnschwelle überschritten werden. „Mein persönlicher Anspruch ist es aber, dies schon 2013 zu erreichen.“

Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbuchte Rodenstock 2011 einen Gewinn von rund 55 Millionen Euro und damit in etwa soviel wie 2010. Im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen, das mehrheitlich dem Finanzinvestor Bridgepoint gehört, auf dieser Basis mit einem Plus von 14 Prozent.

Beim Umsatz hat Rodenstock den jahrelangen Abwärtstrend gestoppt. Nach einem leichten Plus von 1,5 Prozent auf 366 Millionen Euro im Jahr 2011 steigerte das Unternehmen die Erlöse im ersten Halbjahr des laufenden Jahres um sieben Prozent auf 196,3 Millionen Euro. Dazu hat vor allem das Ausland beigetragen. „In China sind wir um 45 Prozent gewachsen“, sagte Kastalio, der seit November 2010 an der Spitze steht. Rund 80 Prozent des Umsatzes macht Rodenstock mit Brillengläsern, 20 Prozent mit Fassungen. Neben der Eigenmarke gehören dazu auch Porsche Design, Mercedes und Dunhill.

Den Firmensitz hat Rodenstock nach mehr als 100 Jahren von der Münchner Innenstadt an den Stadtrand verlagert. Vor wenigen Monaten zogen die rund 450 Mitarbeiter der Zentrale um. Das alte Rodenstock-Gebäude an der Isar wird derzeit abgerissen, dort sollen luxuriöse Eigentumswohnungen gebaut werden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Brillenhersteller: Rodenstock steckt immer noch in den roten Zahlen"

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  • War Herr Rodenstock nicht immer ein Vorzeigeunternehmer.
    Siehe da,auch Ihm kann das passieren,man sollte immer schön auf dem Teppich bleiben.

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