Brillenhersteller
Rodenstock wächst, Arbeitsplätze schwinden

Brillenhersteller Rodenstock hat ein ordentliches Jahr hinter sich. Um reif für die Börse zu werden, will das Unternehmen noch weiter wachsen. Für viele Mitarbeiter im Inland kommen die guten Nachrichten aber zu spät.

HB MÜNCHEN. Rodenstock müsse noch drei bis vier Jahre weiter wachsen, um groß genug für einen Gang an die Börse zu sein, sagte Firmenchef Giancarlo Galli am Montag in München. „Um das bewältigen zu können, braucht Rodenstock eine kritische Größe“, ergänzte er. Im Jahr 2005 steigerte das Münchener Unternehmen seinen Umsatz bereinigt um Sondereffekte um 5 Prozent auf 345 Mill. Euro. „Dieses Jahr schalten wir noch einen Gang höher“, sagte Galli. Bis 2010 hat sich der Brillenhersteller eine Verdoppelung des Umsatzes zum Ziel gesetzt.

Zu den Plänen des Haupteigentümers Permira für Rodenstock äußerte sich Galli nicht. Der Finanzinvestor hatte den Münchener Konzern schon im April 2005 als börsenreif bezeichnet und einen Verkauf des Unternehmens prüfen lassen. Galli erklärte, Rodenstock könne auch bei einem Ausstieg Permiras weiter bestehen.

Permira war 2003 mit 49 Prozent bei dem Unternehmen eingestiegen und hatte ein Jahr später auf 85 Prozent erhöht. Galli bezeichnete die seitdem laufende Umstrukturierung als abgeschlossen. „Der Restrukturierungsprozess der vergangenen zwei Jahre ist beendet und der Turnaround geschafft“, sagte er.

Ende 2005 beschäftigte Rodenstock 4 387 Mitarbeiter, rund 130 weniger als im Vorjahr. Während die Mitarbeiterzahl im Ausland zunahm, fiel in Deutschland jede zehnte Stelle weg.

Im vergangenen Jahr steigerte Rodenstock seine operative Rendite um knapp ein Fünftel auf 18,9 Prozent. Ergebniszahlen nannte Galli nicht, jedoch sei er mit der Entwicklung des Unternehmens zufrieden, sagte er. Auch in den ersten Monaten dieses Jahres blieb Rodenstock auf Wachstumskurs, der Umsatz stieg im ersten Quartal um 16,8 Prozent auf 93,2 Mill. Euro.

In Zukunft will Rodenstock seine Internationalisierung vorantreiben und vor allem in Asien, Osteuropa sowie in Großbritannien, Italien, Frankreich und den Niederlanden wachsen. Organisches Wachstum stehe dabei im Vordergrund, erklärte Galli. Jedoch halte Rodenstock auch nach möglichen Zukäufen die Augen offen.

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