Brillenindustrie: Eine Brille für den Sport, eine fürs Smartphone

Brillenindustrie
Eine Brille für den Sport, eine fürs Smartphone

In der Brillenindustrie geht es wieder aufwärts. Die Verbraucher sind in Kauflaune und sollen der Branche auch in diesem Jahr zu einem Umsatzplus verhelfen. Dabei setzten die Optiker auch auf die Zweit- und Drittbrille.
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MünchenDie deutsche Brillenindustrie setzt bei ihren Wachstumsplänen in diesem Jahr auch auf zusätzliche Brillen für Sport, Arbeit und Freizeit. Nach einem Umsatzplus von 2,3 Prozent auf erstmals gut vier Milliarden Euro im vergangenen Jahr könnten die Erlöse 2014 um 3,5 Prozent zulegen, sagte der Chef des Branchenverbandes Spectaris, Josef May, am Freitag zur Eröffnung der Messe Opti in München. Bis Sonntag (12.1.) zeigen dort rund 500 internationale Aussteller neue Trends und Materialien rund um Brillen und Kontaktlinsen.

In Deutschland gibt es nach Branchendaten fast 42 Millionen Brillenträger. 3,4 Millionen Menschen tragen Kontaktlinsen, in der Regel im Wechsel mit ihren Brillen. Auf zusätzliche Abnehmer hoffen die Augenoptiker etwa bei Sonnenbrillen, zumal 13,2 Milllionen Erwachsene in Deutschland noch keine Sonnenbrille besäßen, sagte May. Aber auch spezielle Bildschirm- und Smartphone-Brillen sowie Brillen für sportliche Aktivitäten wie Wandern oder Radfahren sollen Kunden bringen.

Als Zukunftstrends gelten neben Datenbrillen wie Google Glass auch Brillen aus dem 3D-Drucker. Dazu zeigen auf der Opti die belgische Firma Hoet und das deutsche Startup FrameLApp ihre neuesten Entwicklungen. Bei den Brillenfassungen erwarten die Fachbesucher in diesem Jahr viele Naturmaterialien wie Holz, Horn und Bambus, aber auch noch ausgefallenere Modelle aus Gold, Papier oder mit Steinbeschichtungen. Die sogenannten Nerd-Brillen dagegen laufen allmählich aus, und die Fassungen würden wieder dünner, heißt es. Gefragt seien dafür Pilotenbrillen und Sonnenbrillen im XXL-Format.

Etwa die Hälfte ihrer Umsätze macht die deutsche augenoptische Industrie im Ausland. Während die Exporte nach Mittel- und Südamerika sowie nach Afrika, Australien und Neuseeland im vergangenen Jahr kräftig zulegen konnten, blieben die Ausfuhren nach Asien und Nordamerika leicht unter dem Vorjahresniveau. Auch die Exporte in die Europäische Union stagnierten nahezu. Die Messe Opti gilt als deutschlandweit wichtigster Branchentreff. Im vergangenen Jahr kamen gut 23 000 Fachbesucher zu der Schau.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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