Brilliance bringt Mittelklassewagen im Sommer – Experten sind skeptisch
Chinesen wagen den Sprung auf den deutschen Automarkt

Die europäische Automobilindustrie bekommt exotische Konkurrenz: Auf dem Leipziger Autosalon wird heute der erste chinesische Importwagen vorgestellt. Der Zhonghua M1 von Brilliance soll ab Sommer in Deutschland vertrieben werden und ist damit der erste Importwagen aus dem Reich der Mitte, der nach Europa kommt.

DÜSSELDORF. Eine eindrucksvolle Premiere: Mit zwei Litern Hubraum und einer Spitzengeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern greifen die Chinesen ausgerechnet in der automobilen Mittelklasse an, einem Segment, dass von deutschen Herstellern dominiert wird. 5 000 Stück wollen die Chinesen hier zu Lande schon im nächsten Jahr verkaufen – mehr Informationen ließ sich der Importeur mit Firmensitz in Gibraltar im Vorfeld nicht entlocken.

Die Chinesen haben in ihrem Heimatland einen prominenten deutschen Partner: BMW. Seit knapp einem Jahr fertigen die Bayern in einem Joint Venture mit Brilliance in Shenyang den 3-er und 5-er für den chinesischen Markt. Parallel dazu entwickelten die Chinesen ihr eigenes Mittelklassemodell Zhonghua M1 – das erste und bislang einzige Auto aus eigener Fertigung. „Brilliance wird von BMW in technischen Fragen beraten, mehr nicht“, sagte eine BMW-Sprecherin in München. „Die Entwicklung des Autos und den Export nach Europa übernimmt Brilliance in eigener Regie.“

Experten sehen das Debüt skeptisch. „Brilliance kommt eindeutig zu früh auf den europäischen Markt“, sagt Ashvin Chotai von der Beratungsfirma Global Insight. Das Ziel, 5 000 Autos in Deutschland zu verkaufen, hält er für zu ambitioniert.Er sieht in dem Vorstoß eher ein Zeichen der Schwäche. Denn der Zhonghua läuft auf dem Heimatmarkt denkbar schlecht. Hatten die Chinesen 2003 noch 25 600 Autos verkauft, waren es im vergangenen Jahr noch nicht einmal die Hälfte.

Brilliance ist einer von rund einem Dutzend chinesischen Autokonzernen, die sich aus Teilen der ehemaligen Staatskombinate formiert haben und sich nun in das Abenteuer Marktwirtschaft stürzen. Mit insgesamt acht verschiedenen Firmen hat die Gruppe einen Jahresumsatz von umgerechnet 2,5 Mrd. Euro. In sieben Fahrzeugwerken und in drei Motorenfabriken sind mehr als 40 000 Mitarbeiter beschäftigt, die bis zur Markteinführung der Zhonghua Limousine in erster Linie kommerziell genutzte Minibusse für den Heimatmarkt fertigen.

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