Britisch-Australischer Rohstoffriese
Chinas Chancen auf Rio Tinto steigen

Der angeschlagene Rohstoffriese Rio Tinto sucht offenbar frisches Kapital in China. Die Konzernführung verhandle mit China über eine Kapitalspritze in Milliardenhöhe, berichteten Londoner Sonntagszeitungen. Die Schuldenkrise könnte den Bergbaukonzern in die Arme des größten Kunden treiben.

LONDON/PEKING. China könnte auf diesem Wege zur beherrschenden Macht im Konzern werden und sich den Zugriff auf große Rohstoffvorkommen in Australien und anderswo sichern. Rio Tinto lehnte einen Kommentar dazu ab.

Laut der Zeitung "Sunday Telegraph" könnte die chinesische Regierung insgesamt 15 Mrd. Dollar für Rio Tinto bereitstellen. Der britisch-australische Konzern habe dafür einen Vorschlag mit drei Elementen entwickelt. Zum einen solle der staatliche chinesische Metallkonzern Chinalco seinen Anteil von derzeit neun Prozent an Rio Tinto deutlich erhöhen. Zweitens solle ein Investmentfonds der chinesischen Regierung von Rio Tinto begebene Wandelanleihen kaufen. Das dritte Element wäre der direkte Verkauf von Minenbeteiligungen an chinesische Unternehmen. Rio Tinto hoffe, zusammen mit den Jahreszahlen am 12. Februar eine Einigung bekanntgeben zu können. Noch habe China aber nicht zugestimmt.

Die "Sunday Times" berichtete, Rio Tinto hoffe auf neun Mrd. Dollar aus China. Ein Teil davon soll dem Bericht zufolge aus einer Kapitalerhöhung stammen, mit der Chinalco den Anteil an dem Konzern auf 15 Prozent steigern werde, der Rest aus dem direkten Verkauf von Minen an Chinalco. Beide Zeitungen berichten, dass Rio Tinto an einer herkömmlichen Kapitalerhöhung als Alternative zum Deal mit den Chinesen arbeite.

Rio Tinto hielt sich gestern bedeckt. Zu Spekulationen wolle sie nicht Stellung nehmen, sagte eine Konzernsprecherin in London. Rio Tinto habe seit dem Einstieg von Chinalco stets gesagt, dass man Möglichkeiten für Gemeinschaftsfirmen erkunde.

Chinalco hatte sich vor einem Jahr in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit neun Prozent bei Rio Tinto eingekauft. Das Staatsunternehmen trug so dazu bei, dass der Rohstoff-Weltmarktführer BHP Billiton mit der Übernahme von Rio Tinto scheiterte. Die chinesische Regierung hatte sich vehement gegen die Fusion ihrer beiden größten Rohstofflieferanten ausgesprochen.

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