Britischer Tabakkonzern
Imperial bittet Aktionäre um fünf Milliarden Pfund

Der weltweit viertgrößte Zigarettenhersteller Imperial Tobacco muss seinen Aktionären einen kräftigen Rabatt einräumen, um die Übernahme des Konkurrenten Altadis finanzieren zu können. Imperial hat den spanisch-französischen Konkurrenten Anfang des Jahres für insgesamt 16,2 Mrd. Euro geschluckt. Ein erheblicher Teil dieser Summe soll jetzt über eine Bezugsrechtsemission im Gesamtwert von umgerechnet rund 6,2 Mrd. Euro (4,9 Mrd. Pfund) in die Kassen kommen.

LONDON. Damit plant der britische Tabakkonzern die drittgrößte Kapitalerhöhung überhaupt auf der Insel. Am Dienstag meldete der Hersteller aus Bristol, der unter anderem Marken wie "West", "Davidoff" oder "John Player Special" im Angebot hat, dass die neuen Aktien mit einem Abschlag von 43 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs von Montagabend auf den Markt kommen werden. Imperial wird in einer Bezugsrechtsemission seinen Aktionären einen neuen für je zwei alte Anteilsscheine zu einem Kurs von 14,75 Pfund anbieten.

Die Emission wird von den Investmentbanken Hoare Govett, Morgan Stanley, Citi und Lehman Brothers voll garantiert. Insgesamt fällt die Kapitalerhöhung etwas höher aus als von Analysten erwartet, was nach Einschätzung von Erik Bloomquist von JP Morgan vor allem die aktuelle Schwäche des britischen Pfunds gegenüber dem Euro wiederspiegelt.

Imperial erwartet durch die Übernahme der französisch-spanischen Gruppe Kosteneinsparungen in Höhe von 300 Mill. Euro jährlich bis September 2010. Mit dem Kauf von Altadis gewinnen die Briten unter anderem die Marken "Fortuna", "Gitanes" und "Gauloises" hinzu und steigen zum zweitgrößten europäischen Zigarettenhersteller auf. Damit behauptet sich Imperial in der weltweiten Konsolidierung der Tabakindustrie neben dem amerikanischen Marktführer Altria, Japan Tobacco und BAT aus Großbritannien.

Gleichzeitig mit den Details der milliardenschweren Kapitalerhöhung veröffentlichte Imperial die Zahlen für die ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahrs (30. September). Im Halbjahr bis Ende März 2008 stieg das bereinigte operative Ergebnis um 38 Prozent auf 918 Mill. Pfund (1,15 Mrd. Euro). Der Zigarettenabsatz legte weltweit um 34 Prozent auf 121,1 Mrd. Stück zu.

In Deutschland konnte Imperial seinen Marktanteil weiter ausbauen. Dabei habe man vor allem von starken Zuwächsen der Marke "John Player Special" profitiert, teilte der britische Konzern mit.

Insgesamt sei der Markt versteuerter Zigaretten in Deutschland auf das Jahr umgerechnet jedoch schätzungsweise um fünf Prozent zurückgegangen. Dies sei zum einen auf den anhaltenden Effekt von Steuererhöhungen zurückzuführen, welche den legalen und illegalen Zigarettenhandel nach Deutschland begünstigt hätten. Zum anderen wichen immer mehr Konsumenten auf günstige Markenzigaretten aus. Von dieser Umorientierung der Kunden sei etwa die Imperial-Marke "West" betroffen.

Auch in den anderen Hauptmärkten Vereinigte Staaten, Frankreich und Spanien konnte der britische Konzern seinen Marktanteil steigern. Konzernchef Gareth Davis zeigte sich auch für die nächsten Monate optimistisch. Die Geschäfte liefen stabil, selbst in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs, betonte der 57-jährige Manager.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%