Britisches Konsortium will Yukos retten
Yukos-Aktien steigen nach Rettungsangebot

Die Aktien des angeschlagenen russischen Energiekonzerns Yukos haben im frühen Handel in Moskau mit positiven Kursaufschlägen auf das Rettungsangebot eines in Großbritannien ansässigen Konsortiums privater Investoren reagiert.

HB MOSKAU. Ein Faktor dabei dürfte Händlern zufolge auch die Yukos-Erklärung vom Vortag gewesen sein, aus der hervorging, dass der Bankrott des Konzerns nicht unmittelbar bevorstehe. In Moskau kletterten die auf Rubel lautenden Papiere von Yukos um rund 6,9 Prozent auf 164,00 Rubel, nachdem sie zuvor sogar kurzzeitig die 168-Rubel-Marke erreicht hatten. Die auf Dollar lautenden Aktien sprangen zur gleichen Zeit um rund elf Prozent auf 5,60 Dollar.

Das Konsortium privater Investoren Charles Steward-Smith hatte am Donnerstag der russischen Regierung überraschend ein Angebot zur Rettung des Ölkonzerns unterbreitet. In einem Schreiben an Präsident Wladimir Putin erklärte das Konsortium, es wolle die Steuerschulden des Konzerns und des Ex-Yukos-Chefs Michail Chodorkowski begleichen und den russischen Staat in das Yukos-Management holen. Putins Büro hatte wie schon bei anderen Gelegenheiten eine Stellungnahme dazu abgelehnt.

Yukos hatte zuvor wegen eingefrorener Konten und Steuerschulden seine Warnung vor einem Bankrott und erheblichen Ausfällen beim Ölexport bekräftigt. Akut werde dies spätestens im August werden, hatte das Management erklärt. Insgesamt muss Yukos für die Jahre 2000 und 2001 Steuern in Höhe von rund sieben Milliarden Dollar nachzahlen. Zusammen mit Nachforderungen aus den Jahren 2002 und 2003 könnten sich die Steuerschulden nach Schätzungen von Analysten auf zehn Milliarden Dollar summieren.

Der Sprecher des Konsortiums Charles Stewart-Smith lehnte es ab, sich dazu zu äußern, wie viele Investoren der Gruppe angehören und wie diese die für das Geschäft erforderlichen Gelder aufbringen wollten. Die wichtigste Persönlichkeit in dem Konsortium sei der ehemalige Yukos-Minderheitsaktionär Konstantin Kagalowski, der jetzt in Großbritannien lebe. Chodorkowski hatte vor geraumer Zeit selbst angeboten, seinen Anteil an dem Ölkonzern dem Staat zu übertragen, um Yukos zu retten. Die Offerte war jedoch ignoriert worden.

Wie nervös die Märkte auf jede Nachricht über Yukos zurzeit reagieren, machte die Aussage eines Händlers am Freitag deutlich: „Jedes Stückchen einer Nachricht führt auf dem Markt zu heftiger Bewegung und grundsätzlich muss man den schlechten Nachrichten die gleiche Glaubwürdigkeit zumessen wie den guten.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%