Broad Air: Grünes Klima aus Südchina

Broad Air
Grünes Klima aus Südchina

Von Changsha aus erobert der chinesische Klimaanlagenhersteller Broad Air die Welt. Vor allem für Firmekunden produziert das Unternehmen seine umweltfreundlichen Geräte. Die Zulieferer sitzen allerdings meist in Europa oder Amerika – wegen der Qualität.

CHANGSHA. Es ist ein bisschen wie im James-Bond-Film. Wenn am Ende Dr. No aus einer Computerzentrale versucht, die Welt zu beherrschen. Doch Ingenieur Guo ist ein gutmütiger Kerl. Der junge Chinese gähnt erstmal und streckt sich auf seinem Bürostuhl. Dann ein kurzer Mausklick und ein Glasgebäude erscheint auf der Großbildleinwand.

„Bürohaus Reuterweg, Frankfurt, Germany“, steht darüber. Live-Schaltung mitten ins Herz Deutschlands. Wenn er wollte, könnte der Ingenieur mit einem kühlen Lächeln den Frankfurtern kräftig einheizen. Oder sie per Tastendruck auf den Nullpunkt bringen. Theoretisch zumindest. „Wir haben natürlich nur mit der Zustimmung unserer Kunden Zugriff“, sagt Guo. Es werde nur in Notfällen eingegriffen. Keine Panik vor der Supermacht.

Dann klickt der Techniker von Broad Air in Südchina durch die Welt. Der Pharmakonzern Schering in Berlin taucht auf, der Großflughafen Madrid, die Universität Ulm, ein Werk von Boehringer im schwäbischen Biberach. Alles Broad-Air-Kunden, die sich aus 10 000 Kilometern Entfernung die Temperatur einstellen lassen. Per Satellit und Internet.

Von Changsha aus, der Hauptstadt von Maos Heimatprovinz Hunan, erobert Broad Air mit Groß-Klimaanlagen die Welt. Erst seit 1992 am Markt, verkauft die Firma bereits in 45 Länder. Doch Firmenchef Zhang Yue fordert mehr: „Wir wollen in jedes Land, das Klimaanlagen braucht.“ Vor allem Deutschland hat der Chinese im Visier. „Ich weiß, dass die Deutschen immer für Umweltschutz zu haben sind“, sagt Zhang, der sein Geschäft auf grünes Bewusstsein baut. Denn die Klima-Aggregate von Broad Air, die ganze Flughäfen, Krankenhäuser oder Firmenhallen heizen oder kühlen können, gelten als besonders energiesparend. Sie können mit Sonnenenergie, Gas oder Biomasse betrieben werden und verbrauchen kaum Strom.

Broad Air ist inzwischen der größte Hersteller dieser nicht-elektrischen Klimaanlagen weltweit. In China liegt der Marktanteil bei 60 Prozent. Und das, obwohl die Preise gegenüber der Konkurrenz deutlich höher sind. „In der Regel haben die Firmen den Anschaffungspreis ohnehin nach fünf Jahren wieder raus“, sagt Zhang.

Broad Air kauft die Teile für seine Herstellung zu 90 Prozent im Ausland – das ist teuer. In den Fabrikhalle von Changsha sind darum überall Namen wie Siemens und Bosch, aber auch Julius Bauer aus Empfingen zu finden. Allein in Deutschland bestellt Broad Air im Jahr für fünf Millionen Euro, sagt Zhang: „Nur so können wir Qualität garantieren.“

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