Brüchige Allianz
Mazda und Ford lockern den Knoten

Ford und Mazda gehen in China künftig getrennte Wege. Damit zeigt die Allianz zwischen dem US-Autobauer und seinem japanischen Partner weitere Auflösungserscheinungen. Spekuliert wird sogar über einen vollständigen Ausstieg von Ford als größter Aktionär bei Mazda.
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TOKIO. Die Allianz zwischen dem US-Autobauer Ford und seinem japanischen Partner Mazda zeigt weitere Auflösungserscheinungen. Nachdem Mazda Ende März bekannt gegeben hatte, seine Hybrid-Technik nicht von Ford, sondern von Toyota zu beziehen, gehen Ford und Mazda nun auch in China getrennte Wege.

Wie Ford-Vizepräsident Chef Lewis Booth in einem Zeitungsinterview bestätigte, werden die Autohersteller zwar weiter mit dem chinesischen Partner Chonqing Changan zusammenarbeiten. Man werde aber getrennte Joint Ventures bilden und die Partner damit zu Konkurrenten machen. Ford ist der zweitgrößte Hersteller in Amerika, Mazda ist Japans Nummer fünf.

1996 hielt Ford noch knapp 34 Prozent an Mazda, Ende 2008 verkaufte der Konzern aus Geldmangel einen größten Teil seiner Beteiligung und behielt etwa 11 Prozent zurück. Berichte in japanischen Medien, wonach Ford bereits in Kürze ganz als größter Aktionär bei Mazda aussteigen wird, wurden jedoch von beiden Seiten dementiert – wenngleich mal stärker, mal schwächer.

Während es bei Ford hieß, „Fords Besitzanteil an Mazda bleibt unverändert“, klingt dies in einem Statement von Mazda etwas vager. Es werde keine Änderung in der „engen strategischen Partnerschaft“ geben, so die Japaner. Alles andere seinen reine Spekulationen.

Diese sind jedoch bereits weit gediehen. So heißt es in den Medienberichten, die ihre Quellen nicht genauer spezifizieren, übereinstimmend, dass die Sumitomo Mitsui Bank die Ford-Anteile übernehmen soll. Ford wolle sein Anteils-Volumen auf drei Prozent oder weniger abschmelzen.

Die Bank, die bisher 2,9 Prozent an Mazda hält, würde durch die Übernahme damit der größte Mazda-Anteilseigner. Ob und an wen dieses Aktienpaket weiterveräußert werden könnte, darüber wurde auch bereits spekuliert. Bei Toyota hieß es sogleich, man sei von niemandem angesprochen worden.

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